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Ich überlege schon seit Tagen, ob ich jetzt was zu dieser unsäglichen Burkaverbotsdebatte schreiben soll. Hielt ich aber dann doch nicht für wichtig genug, irgendwie. Jetzt lese ich heute, dass angeblich in einer Umfrage 81 % der Befragten für ein Verbot von Vollverschleierung sind, und jetzt muss ich dann doch. Einfach weil das ganze so absurd und unlogisch ist.

Also, erstmal zur Begrifflichkeit: es geht nicht um Burkas. Ehrlich. Burkas kommen in Deutschland nicht vor, oder wenn, dann so selten, dass sich dafür weder die Aufregung noch ein Gesetz lohnt. Die Burka ist ein für westliche Augen wirklich sehr fremd und unwirklich anmutendes Kleidungsstück, das noch dazu durch das Burkagebot im Afghanistan der Talibanzeit politisch vorbelastet ist. Aber ich habe wirklich hier in Deutschland (und auch in anderen europäischen Ländern) bisher noch keine Burka in freier Wildbahn gesehen. Immer nur auf Fotos, und die waren dann in der Regel in Afghanistan aufgenommen. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Burka repräsentiert, warum Flüchtlinge Afghanistan verlassen. Darum haben sie auch kein Interesse daran, die mitzunehmen.

Es geht also nicht um Burkas, sondern meistens um Niqabs, den meist schwarzen Vollschleier, der über einem ebenfalls schwarzen Ganzkörpergewand getragen wird, z.B. in Saudi Arabien. Flüchtlinge aus Saudi Arabien haben wir jetzt auch nicht so wahnwitzig viele, glaub ich. Dafür etliche Touristen oder Geschäftsreisende. (Über die freundschaftlichen Beziehungen mit Saudi Arabien kann man denken, wie man will … Fakt ist, die sind hier zu Besuch und haben in der Regel nicht vor, sich hier niederzulassen). Einigen geht es wohl auch ganz generell um jede Form von Kopftuch, völlig vergessend, dass der Gedanke, dass eine Frau ihr Haupt bedeckt, bei uns auch nicht so fremd ist. Eine Frau die heiratete, kam bei uns „unter die Haube“, was sich in vielen Volkstrachten und auch noch im Habit vieler christlcher Nonnen findet … das ist gar keine rein islamische Erfindung, und auch wenn ich froh bin, dass die Zeiten sich hier geänder haben, finde ich es erstaunlich, dass immer so getan wird, als sei gerade das Kopftuch so ein trennendes Element zwischen unseren Kulturen. Ist es, so rein historisch, nämlich gar nicht.

Häufig wird das Argument genannt, dass der Vollschleier ein Ausdruck der Unterdrückung der Frau in der muslimischen Welt sei. Das mag stimmen oder auch nicht. Aber selbst wenn das so ist: mit Verboten gegen Unterdrückung vorzugehen ist ungefähr so sinnvoll wie kämpfen für den Frieden oder poppen für die Jungfräulichkeit. Gehen wir mal davon aus, eine muslimische Frau in Deutschland trägt den Schleier wirklich nur, weil ihr Mann/Vater/Bruder darauf besteht. Was passiert jetzt, wenn das Tragen des Schleiers verboten sird? Richtig, sie kommt gar nicht mehr aus dem Haus, oder wenn, dann nur noch in Begleitung eines 18 jährigen Cousins ihres Mannes, der ein arroganter Kotzbrocken ist (um mal ganz polemisch ein paar Klischés zu bedienen). Gewonnen hat die Frau durch das Verbot also gar nichts. Im Gegenteil, ihre Freiheit und ihre Möglichkeit zur Integration ist noch stärker beschnitten als vorher, weil sie keinen Zugang zu Bildung, Kultur und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mehr hat.

Der Weg zu Integration führt nicht über Zwänge und Verbote, sondern darüber, dass man das Fremde erst einmal zu sich einläd und ihm mit Respekt begegnet. Und wenn eine muslimisch Frau dann ihren Schleier irgendwann ablegen möchte, dann soll sie dafür auch gerne alle Unterstützung bekommen, die sie vielleicht braucht, um gegen den Willen ihrer Familie oder ihres Mannes zu agieren. Aber der Auslöser dafür muss doch bitte eine freiwillige Entscheidung der Frau sein, und kein Verbot. Eine Gesellschaft, die sagt: du darfst in der Öffentlichkeit kein Kopftuch/Hijab/Niqab/Burka was auch immer anziehen, finde ich genauso unerträglich, wie eine, die sagt, dass ich genau das tun muss.

So rein psychologisch ist ein solches Verbot auch schwachsinnig. Je mehr man das Anderssein betont, je mehr man Unterschiede macht zwischen „wir“ und „ihr“ und zwischen „richtig“ und „falsch“, desto mehr fördert man das Festhalten an einer religiösen/nationalen oder kulturellen Identität und die Bildung von Parallelgesellschaften. Nur in eine Gesellchaft, in der man das Gefühl hat, ehrlich willkommen zu sein, wie man ist, will man sich überhaupt integrieren. Ablehnung und Verbote können nur zu mehr Radikalisierung beitragen.

Lasst uns doch einfach ein bisschen neugierig sein auf die vielen verschiedenen Menschen, die da aus allen möglichen Ländern zu uns kommen. Ganz ehrlich, wenn ich durch die Stadt gehe, ich freue mich an dem lebhaften bunten Getümmel, an den vielen Sprachen und unterschiedlchen Kleidungsstilen, die ich da zu sehen bekomme.

Als ich gerade so durch einige lange nicht geöffnete Verzeichnisse auf meiner Festplatte brauste … öh … browsde … oder wie immer das Neudeutsch heißt, stieß ich auf folgendes, bisher völlig unveröffentlichtes Gedicht. Genau genommen war mir total entfallen, dass ich das irgendwann mal geschrieben habe. Und da es mich, quasi gefühlt zum ersten Mal gelesen, zum Schmunzeln gebracht hat, will ich es euch nicht vorenthalten:

Mein Iglu hat ein Loch

Ein Fischer namens Pit,
der lebte bei den Innuit.
Er hatte selten Sorgen
bis zu jenem Morgen,
da wacht er auf und sagt „Oh Schreck,
mein Boot das hat ein Leck!“

Das Boot bleibt vorerst fest vertäut,
den Pit, den stört’s, die Fische freut’s,
und Pit ging, statt zu fischen,
erstmal einen zischen.
Da merkt er dann „So’n Dreck,
mein letztes Geld ist weg.“

Drum kam ihm in den Sinn:
„Ich leg mich wieder hin!“
Als er sich in die Falle haut
und gleich darauf zur Decke schaut,
sieht er zu allem Übel noch:
„Mein Iglu hat ein Loch“

 

Männer mit gestreiften Schals sind mehrfach dabei beobachtet worden, wie sie im Fußballstadion Drohungen gegen den Schiedsrichter ausgestoßen haben. Wir lassen deswegen jetzt keine Männer mit gestreiften Schals mehr ins Stadion. Zwei blonde Frauen sind gestern im Kaufhof beim Diebstahl einer Damenstrumpfhose erwischt worden. Die Kaufhauskette hat daraufhin beschlossen, künftig keine blonden Frauen mehr in ihre Warenhäuser zu lassen. Trotz deutlicher Beschilderung lassen immer wieder Raucher auf den Bahnsteigen ihre Kippen außerhalb des Raucherbereichs fallen. Die Bahn hat darum beschlossen, dass Raucher in Zukunft pauschal nicht mehr befördert werden …

Blödsinn? Scheinbar nicht.

Echt, ich glaube es hackt. Natürlich ist es auf keinen Fall in Ordnung, wenn eine Frau im Schwimmbad belästigt wird. Wenn jemand sich im Schwimmbad jemand entsprechend daneben benimmt, dann kann man ein Hausverbot aussprechen. Gegen diese eine Person. Da die Flüchtlinge sich ja laut Artikel an der Kasse ausweisen müssen, um ihre Ermäßigung zu kriegen, lässt sich das ja wohl überprüfen. Und den einen Bengel lässt man dann halt nicht mehr rein. Aber man kann doch kein Generalverbot verhängen. Wo sind wir denn hier? Das ist jetzt von den „Für Juden verboten“ Schildern des dritten Reichs aber wirklich nur noch einen ganz kurzen Steinwurf entfernt.

Nachtrag vom 18.1.:

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/bornheim-hebt-schwimmbad-verbot-fuer-fluechtlinge-wieder-auf-aid-1.5699699

Na bitte, geht doch.

 

Okay, diejenigen unter euch, die gerne Skifahren, die werden das wahrscheinlich anders sehen, aber für mich bräuchten diese ganzen niedrigen Temperaturen, die Dunkelheit, die Tristesse, Glatteis und Niederschlag in gefrorener oder unverfrorener Form eigentlich gar nicht stattzufinden. Sogar auf Weihnachten und Silvester könnte ich ganz gut verzichten, ehrlich gesagt, obwohl mir um diese Jahreszeit immer wieder klar wird, warum die Wintersonnenwende in fast allen Kulturen so eine große Sache ist. Im Prinzip habe ich jetzt schon die Schnauze voll vom Winter, obwohl er, sowohl datumstechnisch wie auch metereologisch ja noch gar nicht so richtig angefangen hat. Vor allem das fehlende Tageslicht macht mich fertig. Ich habe mich jetzt wieder mit Johanniskrautkapseln eingedeckt. Soll ja angeblich helfen. Heller wird es davon draußen aber auch nicht.

Wichtigster Lichtblick der Woche ist eigentlich nur meine samstägliche Golfrunde, die bisher gottseidank immer noch stattfinden konnte. Genaugenommen hatte ich dabei sogar meistens ausgesprochenes Glück mit dem Wetter und zumindest für das kommende Wochenende sieht es auch wieder ganz okay aus auf der Wetterkarte. Sportliche Höchstleistungen und Längenrekorde sind zur Zeit bei Mattenabschlägen und völlig aufgeweichten Grüns und Fairways zwar nicht zu erwarten, aber dank neuer Schläger und eines inzwischen nach Umstellungsschwierigkeiten wieder halbwegs stabilen Schwungs habe ich in den letzten Wochen recht konstant gespielt.

Die beste Anschaffung der letzten Wochen waren aber nicht die Schläger (ein gebrauchter MacGregor V-Foil M455 Eisensatz von ebay, falls das jemanden interessiert … sehen aus wie etwas, was Hagrid in sein Golfbag stecken würde, fassen sich auch so an, helfen aber ungemein dabei, den Ball hoch und weit zu schlagen), sondern diese Puttingmatte. Ich übe jetzt ganz konsequent jeden Tag 120 Putts (je 30 für die vier verschiedenen Grüngeschwindigkeiten, die die Matte ermöglicht) und führe Statistik darüber, wie viele davon ich loche. Golf ist eine absolut tolle Sportart für Statistiken.

Und weil mir das Üben zu Hause so gut gefällt, hat der Gedanke an den eigenen Golfsimulator mich dann doch nicht losgelassen. Und gestern habe ich dann mal kreativ Möbel gerückt und die Harfe in die Küche gerettet und festgestellt: doch, das geht. Ich kann, zumindest mit einem langen Eisen, einen vollen Schwung machen, ohne irgendwelche Einrichtungsgegenstände zu zerdeppern. Allerdings muss ich dabei wirklich sorgfältig darauf achten, an genau der richtigen Stelle zu stehen und meine Schwungebene sozusagen parallel zur Dachschräge ausrichten.

Ein echter Golfsimulator wird es natürlich trotzdem nicht. Viel zu teuer und dafür müsste ich auch ein Fangnetz oder so für Bälle aufbauen. Aber es gibt dieses Launchpad mit fest verbundenem Ball. Das bietet neben der eigenen Trainingssoftware, die einem angeblich Daten zu Schlägerkopfgeschwindigkeit und -winkel liefert, auch die Möglichkeit, es mit einer älteren Version der EA PGA Tour Spiele zu verbinden. Wie gut, dass ich mir vor einiger Zeit ein Windows-Laptop gegönnt habe. Dann ist das wenigstens für etwas nütze. Also, das Launchpad habe ich gestern spontan bestellt. Kostet als B-Ware nur 100 €. Schenke ich mir selbst zu Nikolaus oder so. Einen Trainingseffekt erhoffe ich mir weniger, dazu ist das Ding wahrscheinlich zu ungenau. Mehr ein bisschen Ersatzbefriedigung in den eigenen vier Wänden, wenn es draußen zu dunkel und ungemütlich ist zum Golfspielen. Ich werde dann berichten, wie das so läuft.

Apropos berichten wie das so läuft. Ich wurde von Golfpost.de als Produkttesterin ausgewählt. Ich darf die Aero Spark Tees testen. Ein Grund mehr zu hoffen, dass das Wetter am Wochenende golftauglich wird. Aussehen tun die Dinger jedenfalls ganz nett.

Seit einigen Wochen lebe ich wieder in meiner Heimatstadt Mönchengladbach … der Großstadt, die keiner kennt, der nicht von hier kommt. Also, den Namen kennen die meisten, schon alleine wegen der Borussia (ole ole wir ziehen in die Championsleague ole ole … eh sorry, wo war ich?). Aber schon bei der geographischen Lage setzt es dann bei den meisten aus. Mönchengladbach ist nämlich nicht, wie häufig fälschlicherweise behauptet, Ruhrgebiet. Wir gehören zum Rheinland, genaugenommen zum linken Niederrhein. Das ist wichtig, nicht nur, weil der Niederrhein eine schöne Landschaft ist (wenn man denn Kopfweiden im Nebel mag), sondern vor allem, weil Niederrheiner eben besonders offene und herzliche Menschen sind. Hier redet man miteinander, auch wenn man sich gar nicht kennt, zum Beispiel wenn man zusammen an der Bushaltestelle steht oder beim Bäcker wartet, bis man endlich dran ist. Über das Wetter, Tagespolitik oder darüber, dass die Tante (die man natürlich erst recht nicht kennt) ja jetzt wieder aus dem Krankenhaus raus ist. Ist ein bisschen wie auf dem Dorf, nur eben in der Großstadt. Ich habe das vermisst in den letzten 24 Jahren, in denen ich woanders gelebt habe.
Ein besonders herzliches Exemplar des gemeinen Gladbachers begegnete mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit. Ich fahre mit dem Fahrrad, wobei ich vor allem morgens auf dem Hinweg geradezu wahnwitzige Geschwindigkeiten erreiche, weil ich nämlich die ganze Strecke bergab rolle. Ja, der Niederrhein ist weniger flach als man das so meint, zumindest hier, Gladbach hat einen Berg. Genaugenommen ist der Berg wahrscheinlich der Grund, dass die Stadt hier überhaupt existiert … so von wegen Rundumblick und Verteidigung und so … das dachten sich wohl auch die namensgebenden Mönche, die hier vor über eintausend Jahren eine Abtei errichteten. Deswegen heißt der Berg Abteiberg und ist bis heute das innerste Zentrum der Stadt. Dieser Abteiberg ist zugegebenermaßen nicht so wahnsinnig hoch, ich schätze mal, von der Sohle bis zum … äh … „Gipfel“ sind es vielleicht 30 Meter oder so. Aber er ist überraschend steil. So steil, dass er auf der Südseite eigentlich nur über Treppen zu besteigen ist, aber auch die Straßen, die aus den anderen Himmelsrichtungen hochlaufen haben es in sich. Außerdem hat der Hügel insgesamt grob die Form einer Gaußschen Normalverteilung … zumindest fühlt es sich mit dem Fahrrad so an … erst noch ganz mäßig, dann ganz verflucht steil und oben läuft es dann wieder sanft aus. Der „ganz verflucht steil“ Teil ist abends nach der Arbeit eine echte Herausforderung, aber morgens macht die Strecke (von viel zu vielen roten Ampeln und rücksichtslosen Rechtsabbiegern mal abgesehen) verdammt viel Spaß.
Als ich also heute so den Berg hinuntersause, steigt vor mir besagter freundliche Gladbacher aus dem Bus und ruft mir zu (ich zitiere wörtlich): „Ey, ich muss dir einfach sagen: du hast einen total geilen Arsch“ Ich war zugegebenermaßen etwas konsterniert. Außerdem war ich viel zu schnell, um verbal etwas zu erwidern, bevor ich vorbeigerollt war. Ohne groß nachzudenken habe ich dann aber doch noch über die Schulter ein Daumen hoch Zeichen gegeben, denn das, wenn auch etwas fragwürdige Kompliment hat meine Laune echt gehoben. Ich habe immer noch gegrinst als ich an der Firma ankam.
Ist halt immer die Frage, ob frau sich von sowas belästigt oder bestätigt fühlen soll. Ich habe mich schon vor geraumer Zeit für letzteres entschieden (genaugenommen, seit mal ein Typ, der mir hinterhergeguckt hat, in irgendeinem Kaff auf Korsika einen Auffahrunfall verursacht hat … ich kam mir vor wie Salma Hayek in Desperado 😉 ) Macht einfach bessere Laune.

Ein Bielefelder Möbelhaus lässt in China Tassen bedrucken. Und neben Rosen und Handschrift (die, wie immer in solchen Fällen, sinnlose Wortfetzen auf Englisch enthält) ist auch eine Briefmarke mit einem Poststempel zu sehen. Dummerweise eine, die aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 stammt und auf der darum das Konterfeit des damaligen Regierungschefs zu sehen ist. Nebst Poststempel mit Hakenkreuz.

Ist das jetzt schlimm? Auf jeden Fall ist es wohl nach deutschem Recht illegal. Wobei mir noch nicht ganz klar ist, warum der Aufdruck des Motivs auf eine Tasse illegal ist, die Abbildung der Tasse in den deutschen Massenmedien dann aber nicht … ich meine, wie viele Leute hätten die Tasse in einem Bielefelder Möbelhaus gesehen und wie viele sehen sie dann jetzt? Wenn irgendwo der Tatbestand der „Verbreitung nationalsozialistischer Symbole“ erfüllt ist, dann ja wohl bei Bild, Süddeutsche, Spiegel und Co.

Ist das sinnvoll? Ich meine, die Briefmarke hat es ja nun wirklich gegeben. In sehr sehr hoher Auflage (ich müsste jetzt in einen Briefmarkenkatalog gucken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da mehrere Millionen von gedruckt worden sind und ich hatte die als Kind auch mehrfach in meiner Briefmarkensammlung). Und auf dem Poststempel war damals nunmal ein Hakenkreuz. Wenn man das jetzt heute nicht zeigen darf, dann tut man ja irgendwie so, als hätten diese 12 Jahre nie stattgefunden. Oder zumindest, als hätten während dieser Zeit in Deutschland keine Menschen gelebt. Menschen, die nicht nur Krieg geführt und in Konzentrationslagern Juden vergast haben, sondern die einen ganz normalen Alltag gelebt haben, die ins Kino oder ins Theater gegangen sind, ihre Kinder in die Schule geschickt haben, einen Beruf hatten und eben auch Briefe geschrieben haben. Wenn man einen alltäglichen Gegenstand aus dieser Zeit, wie hier eine Briefmarke, nicht zeigen darf, dann ist das auch eine Form von Geschichtsverleugnung. Htilers Bild war in dieser Zeit allgegewärtig. Das darf uns peinlich sein und unangenehm berühren. Sollte es auch. Ich finde ja auch, dass der Designer der Tasse nicht unbedingt Tonnen an Feingefühl bewiesen hat. Aber daraus eine Straftat zu kontruieren, das ist wirklich eine typisch deutsche Reaktion.

Eine Ideologie zu bekämpfen indem man ihre Symbole verbietet oder zerstört hat noch nie besonders gut funktioniert. Meistens geht der Schuss nach hinten los. Ich behaupte, wenn die Tassen einfach weiter unbehelligt im Möbelhausregal gestanden hätten, hätte kein einziger Neonnazi Deutschlands sie bemerkt. So gehe ich davon aus, dass die 176 bereits verkauften Tassen in der braunen Szene bald zu begehrten Sammlerobjekten werden.

Inspiriert von hier:

1. Was ist dein Sehnsuchtsort?

Ich habe das große Glück, an meinem Sehnsuchtsort zu leben: die Proitzer Mühle. Ansonsten zieht es mich auch immer mal wieder an den Niederrhein, wo ich herkomme

2. Welche Gerüche erinnern dich an deine Kindheit?

Sommerregen auf Asphalt, Kamille

3. Wenn du die Möglichkeit hättest, welches Lebewesen würdest du gerne als Haustier haben können?

Ziegen (die Möglichkeit hab ich eigentlich … hab nur Angst, dass die hier alles in Schutt und Asche legen und Heikes Rosen fressen und so), ein Wombat

4. Mittags warmes Essen oder abends?

Im Winter mittags, im Sommer abends

5. Mit welcher berühmten Person (tot oder lebendig) würdest du gerne für einen Tag tauschen?

Darf ich mir den Tag auch aussuchen? Also, diese Nacht, in der Mary Shelley angeblich den Anfang von Frankenstein geschrieben hat, das fände ich cool. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Und ich wäre auch gerne mal für einen Tag Regisseurin in Hollywood. Oder vielleicht noch besser bei der BBC, dann brauch ich nicht nach Amerika 🙂

6. Was ist dein heimliches Laster (Liebes-/Heftchenromane, Kitschfilme/B-Movies, Fastfood, etc…)?

Fernsehserien … oh, und YumYums, diese asiatischen Nudelsnack-Dinger

7. Wohlfühlessen?

Spitzkohleintopf mit Mettenden

8. Grippeimpfung oder keine Grippeimpfung?

keine Grippeimpfung

9. Würdest du dich selbst als Feminist_in bezeichen?

Ja

10. Wenn nein, warum nicht?

11. Welchen Kinderfilm kannst du dir auch heute noch immer wieder anschauen?

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Die Vorstadtkrokodile

 

Meine 11 Fragen für wen-auch-immer:

  1.  Kotelett, Karotte oder Kaviar?
  2. Lieblingsautor?
  3. Was ist deine früheste Kindheitserinnerung?
  4. Wenn Miete, Esse, Versicherungen etc. bezahlt sind, wofür gibst du am ehesten Geld aus?
  5. Welcher Film hat dich am nachhaltigsten beeindruckt?
  6. Spiegelreflex, Kompaktkamera oder Mobiltelefon?
  7. Wie lange hälst du es ohne Internet (email, Facebook, Google etc.) aus, bis du unruhig wirst?
  8. Stell dir vor, du müsstest die Sahara durchqueren, wie würdest du das am liebsten tun? Mit dem Flugzeug, einem Landrover, einem Motorrad, dem Fahrrad oder auf dem Rücken eines Kamels?
  9. Wenn jemand, der dich gut kennt dir einen Wandkalender kauft, was für Bilder  wären drauf?
  10. Dein bisher schönstes Reiseziel?
  11. Wenn du plötzlich 10 Millionen Euro erben würdest, wie würdest du dein Leben ändern?

Angefixt durch meinen Erfolg auf dem Jive habe ich mich inzwischen dem größten Exot in unserer Liegeradsammlung zugewandt: dem Flevotrike. Das ist nämlich, als Erklärung für Nichteingeweihte, ein ganz besonderes Fahrrad: es hat eine Knicklenkung. D.h., man lenkt nicht wie gewohnt durch Drehung an einem Lenker, sondern irgendwie so aus dem Rücken und der Hüfte heraus. Genauer kann ich das nicht erklären. Und genau da liegt das Problem. So richtig begriffen habe ich das „irgendwie“ nämlich noch nicht. Manchmal klappt das ganz gut, aber manchmal haut mir das Rad auch wild in eine Richtung ab und ich kann nicht mehr gegensteuern.

Aber ich überhole mich. Zu Anfang, also vorgestern, konnte ich auf dem Ding nichtmal losfahren. Das ist nicht übertrieben jetzt. Dabei soll man denken: was soll auf einem Dreirad schon groß passieren. Nun ist das Flevotrike aber nicht irgendein Trike. Es ist das einzige Trike, das ich kenne, das unbeladen im Stand einen Ständer braucht, um nicht umzukippen.

Klar, es steht schon deutlich stabiler als ein Flevobike mit nur zwei Rädern. (An so ein Ding will ich nichtmal denken, ehrlich gesagt). Aber es hat schon eine starke Tendenz, sich seitlich einzuknicken und dann umkippen zu wollen.

Was ich ganz schnell festgestellt hab war: am Berg anfahren geht erstmal gar nicht. Da braucht man viel zu viel Druck auf den Pedalen und schwupps ist man unwillkürlich in eine Richtung unterwegs, in die man partout nicht wollte. Also habe ich das Ding am ersten Tag immer nur ein Stück den Hügel hoch geschoben und bin dann bergab losgefahren. Weil wir hier ja in einer Senke liegen, geht das in beiden Richtungen . Hochschieben, runterrollen, auf der anderen Seite so weit den Hügel rauf wie geht, noch ein Stück weiter schieben, umdrehen, runterrollen etc.

Das Blöde ist, dass wir ziemlich viele Schlaglöcher auf der Straße haben und die Straße auch nicht besonders eben ist. Das macht das Fahren nicht einfacher. Außerdem ist die Straße relativ schmal, zu scmal jedenfalls für die Schlangenlinien, in die man erstmal automatisch verfällt. Und kontrolliert lenken geht erstmal gar nicht, sonst hätte ich ja versuchen können, immer rund um unsere „Hotelvorfahrt“ zu fahren.

Alles in allem war es eine recht frustrierende Erfahrung und ich hatte nach einer dreiviertel Stunde oder so nicht das Gefühl, irgendwas erreicht zu haben, außer, mich zum Gespött der Zuschauer gemacht zu haben. (Wir sind ein Seminarhof … natürlich hatte ich Zuschauer. Irgendwer guckt immer.)

Ich denke, dass ich danach aufgegeben hätte, wenn ich nicht in der Nacht vom Flevofahren geträumt hätte. Nix aufregendes eigentlich. Ich habe einfach nur von der Bewegung geträumt. Und da wusste ich, dass mein Gehirn da doch irgendwas dazu gelernt hat. Also habe ich es gestern dann noch einmal probiert. Diesmal ging es schon etwas besser. Immerhin konnte ich jetzt ein paar Meter geradeaus fahren, wenn nichts gravierendes dazwischen kam. Und manchmal schaffte ich es sogar halbwegs kontrolliert in eine Kurve. Was allerdings gar nicht klappte, war, aus der Kurve dann auch wieder raus zu kommen. Trotzdem habe ich mich bis kurz vor Lüthentien und zurück gekämpft.

Heute habe ich es wieder versucht und siehe da: es geht doch. Ich bin zwar immer noch weit davon entfernt, mich auf dem Flevo als sicher zu bezeichnen und ich würde mich damit noch nicht in irgendwelchen Straßenverkehr trauen (also, nichtmal in unseren 1 1/2 Traktoren in der Stunde Straßenverkehr), aber ich bin bis kurz vor Solkau und zurück gefahren und die Intervalle zwischen meinen unfreiwilligen Bremsmanövern wurden immer größer. Und ich bin um ein paar sanfte Kurven gefahren und danach wieder geradeaus weiter. Und ich habe ein paar Mal in einen höheren Gang geschaltet. Und ich kann am Berg anfahren (wenn er nicht zu steil ist).

Was mir jetzt noch im Weg steht, ist vor allem meine Angst. Wenn ich zu schnell werde, verkrampfe ich, und verkrampfen ist auf dem Ding jetzt mal die ganz falsche Taktik. Dann kann man nämlich nicht mehr lenken.

Ich üb das jetzt noch ein paarmal, und dann kann ich irgendwann auch mit dem Flevo um den Pudding fahren.

Ich hab mir übrigens gerade eine Digitalkamera bestellt. Das ist mein letzter Versuch. (Ich habe ganz schlechtes Digitalkamera-Karma, ich weiß gar nicht, wie viele von den Dingern ich schon verschlissen habe … richtig glücklich war ich jedenfalls mit keiner) Ich habe mich für eine Samsung entschieden, aus dem einfachen Grund, dass ich mit sämtlichen Samsung-Geräten, die ich in den letzten Jahren so gekauft habe, immer hochzufrieden war, während ich mich z.B. über Sony eigenltich immer nur geärgert habe. Kurz habe ich ja überlegt, ob ich mir aus Loyalität zu meinem früheren Arbeitgeber eine Olympus-Kamera kaufen soll, aber dann hab ich mich dagegen entschieden. Es gibt also demnächst hoffentlich auch mal wieder Fotos in diesem Blog.

Gestern ist mir was ziemlich Dummes passiert: Ich habe mich im Wald verlaufen. Ungefähr fünf Minuten von der Mühle entfernt. Also, eigentlich hab ich mich nicht wirklich verlaufen, ich wusste schon noch recht genau, wo ich gerade bin. Es war mehr die Schwierigkeit, den Weg wiederzufinden.

Es fing damit an, dass ich einmal um den Galleyberg herumlaufen wollte. Der ist, trotz seines hochtrabenen Namens, natürlich kein richtiger Berg, sondern mehr so ein Hügel, knapp 100 m hoch (bei einer Ausgangshöhe von 30 m über NN oder so, die wir hier unten am Bach haben). Oben auf der Hügelkuppe steht ein verlassenes Haus, mitten im Wald, dass sich irgendwann einmal ein Arzt aus Hannover als Wochenendsitz gebaut hat … ohne Strom, Wasser aus einer Zisterne mit Windradpumpe … der Gute soll ein Exzentriker gewesen sein. Er hat verfügt, dass seine Erben das Haus nicht verkaufen dürfen. Wohnen wollen sie da aber scheinbar auch nicht drin, und jetzt verfällt es so langsam vor sich hin, was eine Schande ist. Ich würde es sofort nehmen. Es liegt nämlich echt mitten im Wald und hat etwas total Verwunschenes.

Genau da wollte ich gestern aber eigentlich nicht hin, weil ich weiß, dass man da im Sommer wegen der vielen Brombeeren ganz schlecht wieder weg kommt. Es gibt einen kleinen Wildwechsel, den ich im Winter manchmal benutzt habe, um von dem Haus zum Zwergenstein (hab ich euch schon vom Zwergenstein erzählt?) und dann zurück auf den Weg, der zur Mühle führt, zu kommen. Aber der war im Winter schon schwierig zu finden und ist jetzt völlig überwuchert.

Anyway … ich wollte also nicht zum Galley-Haus. Nun ist es aber mit diesem Haus so ähnlich wie mit dem Weidenwindental im alten Wald im Herrn der Ringe. Egal, welchen Weg man an der Ostseite des Waldes einschlägt, irgendwie führen die alle bergauf und man landet unweigerlich an diesem Haus. Und obwohl alle Wege da hinführen, führt irgendwie keiner wieder weg. Zumindest nicht in die richtige Richtung. Man rennt sozusagen direkt in eine undurchdringliche Brombeerhecke. Und bei dem Versuch, die zum Umrunden, hab ich mich dann total verfranst. Trotz strahlendem Sonnenschein wusste ich plötzlich überhaupt nicht mehr, in welche Richtung ich gehe. Und der Wald war so dicht, dass ich keine zwanzig Meter weit gucken konnte.

Ich wusste, dass der kleine Weg mit dem Zwergenstein irgendwo ganz in der Nähe sein musste, aber es ist mir einfach nicht gelungen, ihn zu finden. Ich bin also blindlings bergab gestolpert, quer durch Gestrüpp und Unterholz. Irgendwann war mir der Zwergenstein dann auch egal, ich hatte diesmal sowieso nichts für die Zwerge mitgebracht. Ich wollte nur noch den Hauptweg wiederfinden, weil ich eigentlich schon viel zu spät dran war und zum Abendessen wieder in der Mühle sein musste, um zu kassieren.

Gerettet haben mich dann die Frösche. Am Hauptweg liegen nämlich so kleine Fischteiche und die Frösche kann man ewig weit hören. Ich bin dann also einfach auf das Gequake zugegangen. Allerdings habe ich bis zum letzten Moment gezweifelt, ob es wirklich die richtigen Teiche sind, denn ich schwöre, ich hab den Weg erst gesehen, als ich schon draufstand. Wahrscheinlich hab ich ziemlich belämmert ausgesehen, als ich so durch die Büsche gebrochen bin. Und dabei bin ich nur zwanzig Meter oder so neben der Stelle entfernt herausgekommen, wo der Weg zum Zwergenstein hochgeht. Und dann auch noch auf der falschen Hangseite. Topographisch eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Kennt ihr noch den Film Labyrinth? Mit David Bowie? Da drehen sich immer Teile der Landschaft, so dass man seinen Weg nicht zurückverfolgen kann. Ich schwöre, so ähnlich hat sich das angefühlt. Keine Ahnung, ob die Zwerge mir da einen Streich gespielt haben (und dabei hab ich mich doch so um gute Nachbarschaft bemüht und ihnen Äpfel und Schmucksteine und Tannenzapfen gebracht wann immer ich sie besucht habe), oder ob da der Geist vom alten Galley herumspukt und sein Haus verteidigt. Jedenfalls war es total surreal.

In Kürze das Wichtigste seit dem letzten Posting:

Kulturelle Landpartie. Für meinen Geschmack viel zu viel Filz und zu viele Glasperlen, aber es war toll, mal einen Blick in diese ganzen alternativen Landkommunen und ihre tollen Bauernhäuser werfen zu können. Außerdem hatten wir sehr lieben Besuch und haben viele Ausflüge mit dem Fahrrad und dem Auto unternommen. Ich kann mich an den vielen kleinen Dörfchen hier einfach nicht sattsehen. Heike und ich haben außerdem einen Flötenbaukurs besucht, bei dem ich mir eine Obertonflöte gebaut habe. Abgefahrerenes Instrument, eine Flöte ohne Grifflöcher, bei der die verschiedenen Töne nur durch Überblasen und Abdacken des Flötenendes erzeugt werden. Ist toll, um so ein bisschen intuitiv darauf rumzupusten, aber wenn man reproduzierbar bestimmte Töne treffen will, finde ich es schon ziemlich anstrengend. Heike hat sich eine kleine Sechslochflöte in D gebaut, sozusagen eine Tinwhistle ohne Tin. Der Flötenbaukurs fand bei Frank Sievert auf dem Hof statt … und wo ich dann schonmal da war, habe ich mir auch kurzerhand eine neue Harfe gekauft. Ich träume ja schon ewig von einer Silmaril, und seit der kulturellen Landpartie träumte ich eigentlich heimlich von einer ganz bestimmten und gerade diese war jetzt zu haben. Aus Elsbeere mit Zedernklangdecke und mit zwei Opalen besetzt. Die Schöne war jetzt gerade nochmal mit Frank und Buxe auf dem Harfentreffen (ohne mich, weil ich stattdessen hier beim Pipertreffen war) und muss auch ncoh beklappt werden, aber dann kommt sie zu mir.

Donnerstag hatte ich Geburtstag und habe mit einigen lieben Menschen gefeiert. Und weil das Wetter hier in der letzten Woche doch deutlich besser war als im Rest von Deutschland, konnten wir am Freitag auch noch eine schöne Radtour zusammen machen. Abends gab es dann irische Musik der Spitzenklasse zum Zuhören.

Das ist so das Wesentliche, glaub ich. (Nee, ist es gar nicht, aber das Wesentliche erzähle ich euch nicht, bätsch, das ist privat…)

Ich habe beschlossen, dass ich meine Webseite wahrscheinlich eh nie mehr richtig fertig bauen werde und stattdessen ein paar meiner Texte in dieses Blog geholt. Evtl. packe ich demnächst auch noch meine alten Reiseberichte und ein paar andere Sachen dazu. Ihr seid also herzlich eingeladen, da ab und zu ein bisschen zu stöbern.

 

 

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