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… langsam, aber es geht. Die Brennnesseln sind jetzt bis auf eine kleine, vielleicht 10 qm große Restfläche, erstmal geplättet. Und zwar größtenteils von Hand, weil sich das als wirksamer erwiesen hat, so kommt nämlich wenigstens ein Teil der Wurzeln mit raus. Ist aber halt bei den derzeitigen Temperaturen nicht wirklich spaßig, weil ich zum Schutz gegen die Nesseln halt immer mein Lederhemd und dicke Arbeitshandschuhe  trage beim Roden. Das geht eigentlich nur in den frühen Morgenstunden (wo ich aber normalerweise noch im Bett liege) oder Abends, wenn die Sonne weg geht.

Die freigelegte Fläche ist ziemlich schön … kein Bauschutt im Boden, größtenteils nachmittags sonnig, ebener Untergrund. Mein Plan ist, da nach und nach umzugraben und größtenteils irgendwelche schnellwachsenden Gräser und vielleicht Klee einzusäen, damit die Nesseln nicht so schnell wieder kommen. Außerdem möchte ich ein paar Blumenbeete anlegen. Wenn man schon kein Gemüse im Boden anbauen kann, kann es ja wenigstens hübsch aussehen. Allerdings graust es mir jetzt schon vor dem Umgraben … die Fläche ist riesig, mehr als 500 qm sind das auf jeden Fall.

Ansonsten ist mein erstes Badewannenbeet fertig und eingesät … Gurken, Buschbohnen, Mangold, Salat und Möhren. Alles in einer Wanne. Bin gespannt, ob das gut geht. In Ermangelung weiterer Wannen habe ich jetzt doch beschlossen, auch noch ein „normales“ Hochbeet zu bauen. Ulf hat noch ein paar alte Bretter rumstehen, die ich benutzen kann. Das einzige, was mir fehlt sind irgendwelche Pfosten, die ich in den Boden rammen kann. Da werde ich wahrscheinlich doch im Baumarkt so Palisadenhölzer kaufen, die rotten wenigstens nicht sofort weg.

Außerdem habe ich zwei alte Regentonnen gefunden. In einer will ich Brennnesseljauche ansetzen … Nesseln sind ja jetzt mehr als genug da. Aus der anderen mache ich wahrscheinlich eine Kartoffeltonne. Allerdings scheue ich mich noch davor, da unten Löcher rein zu machen. Dazu ist die Tonne eigentlich zu schade. Vielleicht reicht es auch, unten eine Schotterschicht einzufüllen und zu hoffen, dass es nicht so viel regnet diesen Sommer?

Auf meiner Fensterbank stehen jetzt ein paar Töpfchen, in denen ich Pepperoni gesät habe,  außerdem etwas Katzengras für Granny und ein paar Zwergsonnenblumen. Ich glaube, so nach und nach werde ich da noch mehr einsäen. Ach ja, und Kürbisse hab ich auch gesät, allerdings nicht ins Beet, sondern direkt auf einen unserer zahlreichen Komposthaufen. Mal gucken, ob das was wird.

Die Hühner sind da und haben sich auch schon gut eingelebt. Insgesamt sind es sieben Stück, sechs Hennen und ein Hahn. Emma, Frieda, Lotta, Ronja, Gertrud, Punk und Jakob. Jakob ist noch ziemlich klein … bisher ist wohl Punk die Chefin im Ring. Jetzt hat die WG eine neue Freizeitbeschäftigung: Chicken Watching.

Und Paul vom Hof an der Schoppe hat jetzt Milchziegen. Das heißt, ich kann endlich wieder frische Ziegenrohmilch trinken. Die hab ich ja seit der Zeit auf GreenDragon Farm schmerzlich vermisst. Vielleicht steige ich jetzt auch verstärkt in die Käseproduktion ein. Da muss ich mal sehen, wie ich mich mit Paul auf einen Preis für die Milch einigen kann.

Demnächst mache ich mal ein paar Fotos vom Garten und von den Hühnern.

Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Dies sind die Abenteuer der Fabrik-WG, die mit ihrer Motorsense und einer zwei Mann starken Crew unterwegs sind, um neue Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Meter vom Haus entfernt dringen sie dabei in Bereiche des Gartens vor, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat.

Wusstet ihr schon, dass Brennnesseln übermannshoch werden können? Und dadurch, dass die Brennnesseln so hoch waren, sah die Entfernung bis zur Baumreihe am Bach, der unser Grundstück begrenzt, immer viel kleiner aus, als sie tatsächlich ist. Unser Garten ist riesig. Immer wenn man eine Reihe Brennnesseln weggemäht hat, kommt dahinter noch eine neue hervor. Und wir haben die Grundstücksgrenze immer noch nicht erreicht. Die Spule der Motorsense war leer.  Es ist echt eine Schande, dass wir den Garten so wenig nutzen. Außerdem haben wir jede Menge überwucherten Kaninchendraht gefunden. Kaninchendraht! Eine Kostbarkeit! (Wir erinnern uns? Golddraht, handgeklöppelt …)

Mein Mitbewohner Andi ist heute zur Mülldeponie gefahren und hat von da eine Tonne Mutterboden mitgebracht, auf Ulfs Anhänger. Da konnte die Tonne Erde aber jetzt natürlich nicht bleiben, also haben wir die jetzt erstmal in den Garten geschaufelt, auf einen alten Teppich und mit einer Plane abgedeckt. Jetzt könnte ich meinen Badewannen-Garten also starten … wenn ich denn endlich alte Badewannen hätte. Irgendwie verlaufen meine Bemühungen, die zu organisieren immer im Sande. Weiß jemand eine Bezugsquelle für alte Badewannen?

Tomke und Andi haben den Hühnerstall fast fertig, am Samstag sollen die Hühner einziehen. Ich bin ja so gespannt.

Außerdem bekommen wir wahrscheinlich in den nächsten Tagen einen Aufsitz-Rasenmäher. Nicht, dass ich Rasenmähen jetzt für so wichtig halte, aber wenn wir erstmal ein bisschen Grund in dem Laden haben, können wir damit ja vielleicht auch die immer wieder nachsprießenden Brennnesseln etwas zurückdrängen.

Ich plane ja nun schon seit geraumer Zeit das Anlegen eines Gemüsegartens. Scheitert aber eben an dem belasteten Boden, an den überhöhten Preisen für Kaninchendraht und natürlich auch ein bisschen an meiner Faulheit. Und jetzt hat mein Mitbewohner Ulf mich gerade auf eine Idee gebracht, die mir ausgesprochen gut gefällt: Warum besorge ich nicht einfach ein paar alte Badewannen und bepflanze die. Billiger kann man ja kaum an übergroße Blumenkübel kommen. Mein erster Gedanke war „Staunässe“ und „Bodenbelüftung“, aber Badewannen haben ja praktischerweise einen Abfluss und wenn man da unten jetzt eine Dränageschicht aus grobem Kies und darüber Holzschnitt einbaut, dann sollte das doch eigentlich funktionieren. Und Kaninchen, Wühlmäuse und sogar Schnecken dürften sich zumindest etwas schwerer tun, an die Früchte meiner Arbeit zu kommen. Wenn man dann noch für eine vorteilhafte Mischkultur sorgt und ein paar Regenwürmer reinwirft, sollte das doch eigentlich ganz gut funktionieren.

Wo kriegt man denn alte Badewannen her? Emaille, am besten, sind mir sympathischer als Kunststoff. So richtig alte verzinkte Blechwannen sind wahrscheinlich schon wieder nicht so toll. Wenn ich Zink will, kann ich auch direkt in unserem Boden anbauen 😉 Ich hab gerade mal an Rümpelfix geschrieben, die machen auch Wohnunssanierungen, da könnte sowas mal anfallen. Vielleicht auch auf dem Recyclinghof?

Damit es nicht allzu häßlich aussieht, kann man dann ja andere Kübel drumherum stellen, oder vielleicht auch eine Holzverkleidung bauen oder irgendwas überhängendes an den Rand pflanzen (oder auch nicht … man muss den Schnecken ja jetzt keine Leitern bauen). Und dann kann ich die da platzieren, wo am meisten Sonne hinkommt. Oder auch nicht, für die Pflanzen, die es lieber schattig mögen. Und ich kann den Garten dann fast beliebig vergrößern, weil ich im Zweifel auch Wannen auf das Abbruchgrundstück hinter unserem Garten stellen kann. Die Idee gefällt mir immer besser.

Andy hat Tomke zum Geburtstag einen Hühnerstall geschenkt. Bis jetzt besteht der allerdings nur in seinem Kopf und in der Form einiger Bretter. Some assembly required, sozusagen. Platz für sieben Hühner und einen Hahn sollen er bieten … für jeden Hausbewohner ein Huhn und einen Zwerghahn für Jannik oder so.

Im Moment fällt allerdings ein deutlicher Schatten auf unsere Hausgemeinschaft. Die Stadt hat nämlich beschlossen, das Haus zum Verkauf auszuschreiben. Vorgestern war ein Gutachter von der Stadt da, der den Wert des Hauses schätzen soll. Wir haben als Bewohner eine Art Vorkaufsrecht, aber so sehr ich dieses Haus auch liebe, ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich, wenn auch nur anteilig, besitzen will. Der bröselnde Putz, die Risse in den Wänden, das Wasser im Keller, der versottete Kamin … alles keine wirklich guten Zeichen. Andererseits … 4000 qm Grundstück auf denen man so ziemlich tun und lassen kann was man will (außer was richtiges bauen), keine Nachbarn, die sich beschweren. Ich träume ja immer noch davon, mir irgendwann im Garten eine Jurte zu bauen. So was wie die hier. Die Fabrik  ist halt ein Platz, wo man wirklich sein darf, wie man ist. Jeder darf das, auch die Karnickel im Garten, der Igel unter der Terrasse, die Ameisen in der Küche und die Solitärbiene, die sich im Bad ihr Nest gebaut hat. Nur gegen die Mäuse haben wir Fallen aufgestellt, aber auch erst, als sie sich massiv in unserem Vorratsschrank breit gemacht haben.

Die Leute von der Stadt hatten einen alten Grundriss dabei. Da stimmte nichts mehr. Es gab offenbar mal ein zweites Treppenhaus und insgesamt vier voneinander getrennte Wohnungen. Außerdem einen Anbau mit Schwimmbad und Sauna. Von all dem ist nicht mehr viel übrig. Sogar die Haustür ist nicht mehr an derselben Stelle. Wenn man es weiß, kann man das an der Fassade sogar sehen, wir haben bloß nie drauf geachtet.

Ulf, einer meiner Mitbewohner, ist Künstler. Bildhauer hauptsächlich. Er hat seine Werkstatt bei uns im und am Haus und etwa die Hälfte unseres Gartens als Ausstellungsfläche angemietet. Da entstehen dann seine meist ziemlich organisch wrikenden Steinskulpturen, meistens aus Sandstein, manchmal auch aus anderen Materialien. Und die können ziemlich groß werden, wie z.B. diese hier, die den Namen Zwickmühle II trägt und auf dem Foto gerade von zwei weiteren Mitbewohnern, Norbert und Andi, beklettert wird..

Das ist das spaßigste an Ulfs  Skulpturen, die Dinger sind recht multifunktionell, man kann auf ihnen herumklettern oder versuchen, Golf- Tennis- und andere -bälle durch die verschiedenen Öffnungen zu werfen. Und Geräusche machen sie auch, wenn man das Ohr an eine der größeren Öffnungen hält (nach dem Prinzip Muschel).  Das ist, als hätte man einen abgefahrenen und künstlerisch wertvollen Spielplatz im Garten.

Ab und zu verkauft Ulf einen seiner Steine. Irgendwovon muss schließlich auch ein Künstler leben. Das passiert allerdings gar nicht so häufig (zumindest wahrscheinlich weniger häufig als Ulf das gerne hätte), und so hatte ich ehrlich gesagt bis gestern noch nicht darüber nachgedacht, dass diese Steinmonster dann ja auch irgendwie bewegt und verladen werden müssen. Der Stein den Ulf gestern ausgeliefert hat, war etwas kleiner als die Zwickmühle II, aber durchaus massig. Ich finde es schwierig, bei so einem Brocken das Gewicht zu schätzen, aber ich würde mal sagen, eine halbe Tonne hatte der locker. Das ist so schwer wie ein wirklich großer Mastbulle und nur 100 kg weniger als ein VW Käfer.  Den läd man also nicht mal eben auf eine Schubkarre.  Ich habe also völlig fasziniert beobachtet, wie Ulf mit ausgeklügelten aber einfachen (da komplett mechanischen) Mitteln diesen Steinkoloss auf einen Handkarren gehoben hat. Dafür hat er so ein Metallgerüst mit Flaschenzug. Sieht im Prinzip aus wie eine Krananlage im Containerhafen, nur kleiner. Damit kann ein einzelner Mann eine halbe Tonne Stein verladen. Beeindruckend. Danach kam Ulf bei mir klopfen, um den Handkarren über den etwas unebenen Boden zur Auffahrt zu schieben brauchte er dann doch etwas Hilfe. Aber zu zweit haben wir auch das recht problemlos bewältigt, obwohl ich ja nun wirklich kein Herkules bin. Vom Karren auf den Anhänger seines PKW ging es dann wieder per Flaschenzug.

Insgesamt hat das Bewegen des Steins inklusive mehrmals Gerüst auf- und abbauen einen ganzen Arbeitstag gedauert. Aber mit Geduld und den entsprechenden Hilfsmitteln ist das zu schaffen. Und so ähnlich werden die auch Stonehenge und andere Großsteinanlagen gebaut haben … mit viel Geduld und Ausdauer.

Okay, das war Stonehenge. Was aber hat Australien mit unserem Garten zu tun? Ganz einfach, Australien hat etwas, das ich (noch) nicht habe aber gerne hätte. Einen „rabbit proof fence“. Tatsächlich hat die australische Regierung von 1901 bis 1908 in Australien einen über 3000 km langen Kaninchenzaun bauen lassen, um der Plage durch die aus Europa eingeschleppten Hoppelmänner Herr zu werden. Erst als ich gestern bei Ratio war, um für meinen eigenen in der Entstehung begriffenen Gemüsegarten Kaninchendraht zu erstehen, ist mir klar geworden, welch ungeahnt reiche Nation Australien sein muss, um sich dieses Bauwerk leisten zu können. Um meine zwei bescheidenen Gemüsebeete einzuzäunen, bräuchte ich  etwa 22 m Kaninchendraht. Die würden mich bei Ratio in einfachster Qualität (große Maschen, nix ummantelt oder so) deutlich über 80 Euro kosten. Wie bitte? Wird das Zeug aus Golddraht handgeklöppelt oder was?

Falls jemand von euch in den nächsten Wochen nach Australien fliegt, vielleicht kann der ja unbemerkt 22 m von deren Zaun abschneiden und mir mitbringen? Die haben doch so viel davon und der hat bei denen eh nie richtig funktioniert. Ansonsten hat die Fabrik demnächst wahrscheinlich die sattesten und zufriedensten Kaninchen Münsters. Oder ich eine neue Verwendungsmöglichkeit für meinen Langbogen.

Besuche bei Ratio, habe ich gemerkt, führen bei mir übrigens zu Zivilisationskoller-Attacken. Seit ich in der Schoppe arbeite, sehe ich Supermärkte ja nur noch sehr selten von innen. Und wenn, dann sind das meistens so normale innerstädtische Rewe-Märkte (und selbst da krieg ich inzwsichen Kopfschmerzen durch Reizüberflutung). Im Ratio fühle ich mich ungefähr so wie ein DDR Bürger, der nach der Maueröffnung das erste Mal im goldenen Westen einkaufen geht. Sprachloses Staunen wechselt mit hysterischen Lachanfällen und Panikattacken. Und dazu liegt das Ding dann noch im „Auenviertel“ … Münsters suburbane Vorhölle, benannt wie alle Suburbs nach dem, was hier mal war und jetzt den zahlreichen Neubauten weichen musste … den Aa-Auen, die hier bis vor ca. 5 Jahren das Bild bestimmten. Um für das fehlende Grün einen Ausgleich zu schaffen, hat man dann wohl die Fassade des Stein Gymnasiums in dieser Farbe gestrichen.

Hübsch, hm?

Irgendwie muss ich Frauchen doch vom Schreiben abhalten können …

Irgendwie ist mir im Sommer nie aufgefallen, wie dekorativ unser Gartentisch ist:

Ich habe die Ergebnisse der Bodenanalyse abgeholt (check). Die Grenzwerte laut Klärschlammverordnung für Blei und Zink sind leicht überschritten. Ich denke eigentlich, dass das nicht durch den Schrottplatz kommt, der hier eine Weile war, sondern noch auf die ursprüngliche Fabrik zurückgeht, die ja unter anderem Metallgefäße verzinkt hat. Wahrscheinlich haben die ihre Abwässer einfach in den Boden sickern lassen, damals war man mit solchen Sachen ja noch ziemlich schmerzfrei.

Jedenfalls stellt sich jetzt die Frage, wie ich damit umgehe. Im Moment denke ich, dass ich die obere Bodenschicht abtrage (ich komme ja wegen der darunter liegenden Schutt-Schicht sowieso nur ca. 10 cm tief in den Boden rein) und zur Seite räume. Da kann man dann ein Blumenbeet drauf anlegen, vielleicht sogar etwas, was dem Nutzgarten indirekt nützt, z.B. indem man nützliche Insekten anzieht oder vielleicht auch indem man Leckerbissen für Schädlinge anpflanzt in der Hoffnung, dass die dann lieber da speisen als im Gemüsegarten. Für die eigentliche Nutzgartenfläche werde ich dann neuen Mutterboden aufschütten. Den gibt es günstig bei der Stadt bzw. ab und zu auch mal irgendwo geschenkt, wenn man ihn selbst abholt. Ich hoffe, dass Uffe mir da mit seinem Anhänger aushilft. Und dann muss da neue Biomasse rein, so gekaufter Mutterboden ist meist recht tot.

Jetzt ist die Frage, ob ich den Kompost aus unserem Garten nehmen kann. Das ist hauptsächlich Rasenschnitt, Brennnesseln, Laub und Strauchschnitt, aber eben alles von der belasteten Fläche. Im Prinzip müsste man den Kompost jetzt also auch nochmal auf Zink und Blei untersuchen. Alternativ könnte ich auch, vorrausgesetzt, ich kriege die Beete noch vor dem Winter fertig, bei einem der umliegenden Bauern Stallmist besorgen und einarbeiten. Der muss nur eine Weile ruhen, bevor man dann auf der Fläche was anbaut (vor allen Dingen bei Nitrat-Sammlern wie Spinat und so).

Am meisten graut es mir vor dem Zaun bauen. Aber da komme ich nicht drum herum, wenn ich meine Ernte nicht vollständig an Kaninchen und Rehe abtreten will. Das ist der Nachteil, wenn man auf dem Land wohnt: Nahrungskonkurrenten. Auf jeden Fall steckt in der Aktion Nutzgarten noch eine Menge arbeit, bevor überhaupt das erste Samenkorn in die Erde kommt. Aber inzwischen wohnen ja noch ein paar gartenbegeisterte mehr hier, da hoffe ich, dass ich Hilfe bekomme.

Heute war ich schneller als das Eichhörnchen und konnte sechs Nüsse für mich gewinnen. Und Gundy, Norberts Nichte, die zu Besuch war, hat scheinbar auch eine Menge einsammeln können.

Brot gebacken hab ich, Rainer angerufen hab ich auch. Der Koffer liegt immer noch unausgepackt in meinem Schlafzimmer, vielleicht mache ich das gleich noch.

Ich habe angefangen, wieder Buffy zu gucken und bin jetzt fast am Ende der zweiten Staffel. In irgendeinem Audio-Kommentar sagt Joss Whedon, dass Buffy eine feministische Serie sei. Das hat mir etwas wieder in Erinnerung gerufen, worüber ich mich in letzter Zeit häufiger gewundert habe: männliche Feministen. Das ist auch wieder so ein nordamerikanisches Phänomen, glaub ich. Oder vielleicht hat sich das in Deutschland einfach inzwischen überlebt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, gab es sowas ja hier auch, sonst hätte Reinhard Mey mit „Annabel“ nicht so einen Nerv getroffen. Aber heute würde sich wohl kaum ein deutscher Mann als Feminist bezeichnen (mein Gott, ich bin ja froh, wenn sich wenigstens die eine oder andere deutsche Frau als Feministin bezeichnet, ist ja inzwischen fast sowas wie ein Schimpfwort geworden). In der amerikanischen Linken scheint das jedoch üblich(er) zu sein. Joss Whedon sieht sich als Feminist, ebenso wie der Macher von Radio Ecoshock und der Autor Derrick Jensen.

Ich erinnere mich, dass ich in den USA damals in der Highschool mal so ein Mini-Essay schreiben musste zu der Frage: „Is America ready for a black president? Is it ready for a female president?“ Ich bin damals zu dem Schluss gekommen, dass ich mir durchaus eine weibliche Präsidentin vorstellen könnte, aber nach meinen Erfahrungen in Kentucky keinen schwarzen Präsidenten. (Immerhin war das damals die Zeit von Maggie Thatcher und die hätte ich mir durchaus auch im weißen Haus vorstellen können … vielleicht in einer etwas peppigeren, attraktiveren Ausgabe). Wie man sieht, hat die Geschichte mich inzwischen eines besseren belehrt. Die USA haben sich für den Schwarzen entschieden und Hilary Clinton hatte das Nachsehen.

Egal. Bei männlichen Feministen jedenfalls weiß ich nie so recht, ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht. Also, grundsätzlich ist es ja schön, wenn sich jemand für die Rechte von Frauen stark macht, egal, ob der/diejenige selbst Frau oder Mann ist. Ich setz mich ja auch für Robbenbabys ein, obwohl ich selbst keins bin. Aber genau da liegt, glaub ich, der Knackpunkt. Robbenbabys sind klein, schwach und niedlich und können sich nicht wehren und darum muss ihnen geholfen werden. Wenn jetzt ein Mann für meine Rechte als Frau kämpft, dann stellt mich das irgendwie auf eine Stufe mit den Robbenbabys: klein, schwach, niedlich und nicht in der Lage, sich selbst zu wehren. Ein Opfer. Ich bin aber kein Opfer.

Ich bin sicher, dass die Feministen das nicht so meinen. Aber das ist der Prozess, der da gefühlsmäßig bei mir passiert, glaub ich. Und das kollidiert dann wieder mit meinem eigenen Weltbild, in dem Männer eigentlich ziemilch arm dran sind (sorry, Jungs) und vielleicht nicht so sehr um ihre Rechte aber doch zumindest um ihre Rolle und Identität kämpfen müssen. Weil sie eben (aber kann sein, dass das wirklich nur hierzulande so ist und eben ein Überbleibsel der Annabel-Phase) den Spagat zwischen Macho und Softie, zwischen Beschützer und Sensibelchen schaffen müssen. Weil Frauen sich jede Menge „männliche“ Räume erobert haben, aber Männer, die sich in typischen „Frauenräumen“ bewegen (Pflegeberufe, Haushalt, Strickkurs oder rhytmische Sportgymnastik z.B.) immer noch als irgendwie skuril gelten. Nicht besonders fair. Deswegen denke ich oft „die armen Männer“ und bin dann total erstaunt, wenn ein Mann daherkommt, der sagt „die armen Frauen“.

Ist aber nicht wichtig, fiel mir nur auf.

ToDo für morgen:

  • morgens arbeiten in der Schoppe
  • Szenenanalyse Zeitreisen-Akademie

Irgendwer aus dem Peak Oil Forum hat mich auf Radio Ecoshock aufmerksam gemacht und ich habe den gestrigen Tag damit verbracht, Podcasts zum Klimawandel, zu Peak Oil, Nachhaltigkeit und ähnlichen Themen zu hören. Radio Ecoshock kommt aus Vancouver, ist also kanadisch, hat aber auch viele US-amerikanische Talk-Gäste. Und der amerikanische (und auch kanadische, die sind sich in vielen Dingen ähnlich, aus europäischer Perspektive) auf diese Themen ist interessant. Einerseits ist die amerikanische Gesellschaft, was Lebensweise, Kultur und Politik angeht wirklich viel extremer und kränker als unsere, andererseits scheint mir das im Moment schon fast zum Vorteil zu werden. Eben weil das System so offensichtlich kaputt ist, sind die amerikanischen Widerstandsgruppen, von denen es immer mehr gibt, erfreulich deutlich und klar in ihren Anschuldigungen und Forderungen. In Amerika scheint es inzwischen bei Linksintellektuellen und Umweltschützern völlig in Ordnung zu sein, festzustellen, dass der Kapitalismus gescheitert ist, während man hier für diese Aussage doch noch recht stark unter Beschuss genommen wird.

Auch die prognostizierte Szenarien sind anders. Während sich hier wirklich auch systemkritische Leute kaum vorstellen können, dass aufgrund von Klimawandel und Peak-Oil Lebensmittel auch bei uns knapp werden könnten, fangen die Amis verstärkt an, Nutzgärten anzulegen. Nicht, weil sie ihre plötzliche Liebe zur Natur entdeckt haben (obwohl das als zweiter Schritt oft auf dem Fuße folgt), sondern schlicht, weil sie befürchten, schon in einigen Jahren im Supermarkt nichts mehr zu essen kaufen zu können. Entweder, weil die Preise ins unerträgliche steigen oder weil einfach schlicht nix mehr da ist. Unrealistisch? Die USA sind der größte Weizenproduzent der Welt. Nach einer aktuellen Klimastudie ist nur durch den Tempereaturanstieg um 2° C (und das ist das aktuelle „Klimaziel“, d.h., wenn wir den Anstieg auf 2° C begrenzen können, sind alle schon happy … und im Moment sieht es noch nicht so aus, als würde das gelingen) ein Ertragsrückgang für US Weizen um bis zu 50 % zu erwarten. Das sind 12 % der Weltweiten Weizenproduktion. Und da sind Dürre, Überschwemmungen und andere indirekte Auswirkungen des Klimawandels noch nicht mal berücksichtigt. Und Ölknapheit auch nicht. Unser derzeitiges Modell der Nahrungsversorgung, dass zum allergrößten Teil weltweit auf vier Pflanzen, nämlich Weizen, Mais, Soja und Reis beruht, ist nicht krisenresistent und außerdem ein ökologisches Fiasko. Bei uns denken bei höheren Rohölpreisen alle nur an teureres Benzin. Aber teureres Öl heißt eben auch wesentlich höhere Kosten beim Anbau und Transport von Lebensmitteln. Die Nahrungskrise wird kommen, auch zu uns, und diejenigen, die heute ihren Garten umgraben sind keine weltfremden Spinner, sondern Realisten.

Ich habe heute übrigens festgestellt, dass das mit dem Umgraben gar nicht so einfach wird. Bei dem Versuch, für die Entnahme von Bodenproben Löcher von mehr als 10 oder 15 cm Tiefe zu graben, stieß ich nämlich auf eine ziemlich undurchdringliche Schicht Bauschutt im Boden. Scheinbar hat das da mal jemand aufgeschüttet, damit man da nicht so einsackt. Vielleicht hat sich der Schrottplatz also doch bis zu meiner geplanten Gartenfläche erstreckt. Egal, die Bodenanalyse wird hoffentlich Licht ins Dunkel bringen. Und fürs Umgraben oder Beete aufschütten habe ich dann ja den ganzen Winter Zeit. So oder so will ich nächstes Jahr Gemüse aus eigenem Anbau.

Außer dem Hören von Weltverbesserungsradio habe ich gestern nicht allzu viel geschafft. Also, einkaufen war ich, aber damit erschöpfen sich meine nennenswerten Aktivitäten dann schon. Beim FME war ich auch wieder nicht, vielleicht heute.

ToDo:

  • Bodenprobe zum Briefkasten bringen
  • Zeitreisen-Akademie Serie planen
  • FME
  • bei der Krankenkasse anrufen (ich kann ja nicht ewig unversichert bleiben)
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