Laut einer Pressemeldung konnte diese Woche erstmals seit 150 Jahren wieder ein Wolf in Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Das ist toll. Ich freue mich, dass wir inzwischen wieder Wölfe in Deutschland haben. In einigen Bundesländern ja auch dauerhaft und inzwischen in kleinen Rudeln etabliert. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg gab es letztes Jahr sogar Wolfsnachwuchs.

Weniger schön ist allerdings, woher wir wissen, dass dieser eine Wolf in Baden-Württemberg unterwegs war. Er wurde nämlich auf der Autobahn überfahren und reiht sich somit in die Reihe tierischer Flüchtlings-Geschichten mit traurigem Ausgang. Weitere Beispiele wären: Bruno der Problembär … vom Jäger erschossen. Ein Gänsegeier auf den Ostfriesischen Inseln im letzten Sommer … der ist wohl schlicht an Erschöpfung gestorben. Ähnlich wie der Seelöwe, der letzten Sommer in der mecklenburgischen Seenplatte unterwegs war. Vor zwei Jahren wurde in Ostfriesland übrigens sogar ein Känguru überfahren … ich bezweifle allerdings, dass das den ganzen Weg von Australien aus zu Fuß gekommen ist.

Jedenfalls ist es sehr schade um den Wolf und bestärkt mich in meiner skeptischen Haltung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr im Allgemeinen und dem deutschen Autowahn im Besonderen. Ich bleibe also autobefreit. Dafür werde ich mir wohl in den nächsten Tagen ein neues Fahrrad anschaffen müssen. Mein altes hatte ich gestern in die Werkstatt gegeben, weil unter Druck hin und wieder das Pedal slippt. Das Urteil des Mechanikers lautet auf wirtschaftlichen Totalschaden. Seiner Meinung nach braucht das Rad zwei komplett neue Laufräder (weil die Felgen so gut wie durchgebremst sind), neue Schalt- und Bremszüge (halte ich für überflüssig … die alten sind zwar etwas rostig, tun aber das, was ein Zug so tun soll: ziehen), neue Ritzel, neue Bremsen etc. pp. Okay, das Rad ist mindestens 15 Jahre alt und ich habe es wirklich viel gefahren, aber bis auf das slippende Pedal fand ich bis gestern eigentlich, dass es noch ganz gut funktioniert. Andererseits, wenn man sich schon kein Auto leistet und täglich mit dem Fahrrad unterwegs ist, seine Einkäufe darauf transportiert etc., dann darf man sich auch mal ein neues leisten. Die Frage ist nur, was mache ich dann mit dem alten? Platz für ein Zweitfahrrad im Keller habe ich nicht. Aber verschrotten fällt mir nach so vielen Jahren, die es mir treue Dienste geleistet hat, auch schwer. Vielleicht kann ich es ja irgendwo auswildern. Oder vielleicht gibt es in Mönchengladbach irgendeine Selbstmach-Werkstatt oder sowas, die es als Ersatzteillager adoptieren will. Mein neues Fahrrad wird jedenfalls eher in Richtung citybike gehen, irgendwas mit 7- oder 8-Gang Nabe (sollte für den Abteiberg reichen) und großem Gepäckträger. Nicht notwendigerweise cool und sexy, eher bequem und praktisch. Ich werde ja auch nicht jünger.

Eine weitere tierische Pressemeldung berichtete vor einigen Tagen übrigens über einen verwesten Tierkadaver, der in Sibirien angespült wurde. Der Witz an der Sache ist, dass keiner weiß, um was für ein Tier es sich gehandelt hat. Die Beschreibung ist: Sieht aus wie ein Delfin mit Fell. Spekulationen reichen von aufgetautem Mammut bis algenbewachsenem indischem Flußdelfin. Mein eigenes Urteil ist klar: es ist ein Vertreter der Spezies Cucumis villosus acetosus, auch saure Wollhaargurke genannt.

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