Eigentlich wollte ich schon längst mal wieder gebloggt haben, wie es mir so geht. Aber dann war immer so viel zu tun, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin.

Also … ich bin ganz froh, dass es jetzt endlich Frühling ist und dass ich abends in meiner Hütte ins Bett gehen kann, ohne erst den Ofen anschmeißen zu müssen und zwei Wärmflaschen mitzunehmen. Das tut schon sehr gut.

Hatte ich schon erzählt, dass ich wieder eine Katze habe? Sie hört auf den Namen Mary Poppins. Nein, das ist nicht ganz wahr. Sie heißt Mary Poppins (kurz Poppy). Hören tut sie eigentlich gar nicht. Zumindest nicht auf mich. Nachts schläft sie bei mir im Hochbett (und hat nicht die geringsten Probleme, die zwei Meter hohe Leiter rauf und runter zu kommen). Vorzugsweise auf meinem Kopfkissen. Nur blöd, dass das ja eigentlich schon besetzt ist, nämlich von mir. Deswegen wache ich manchmal auf, den Mund voller Katzenhaare und frage mich, ob wir Menschen wirklich evolutionär so hoch entwickelt sind, wie wir uns das immer einbilden. Ich wäre im nächsten Leben jedenfalls ganz gerne eine Katze.

Manchmal will sie nachts raus. Dann klettere ich ergeben die Leiter runter und mache ihr die Tür auf, weil ich weiß, dass es keinen Zweck hat, zu versuchen, ihr Miauen zu ignorieren. Manchmal will sie nachts auch wieder rein. Dann klettere ich ergeben … etc. Wenn ich das nämlich nicht tue, dann geht sie zu Gewalt und Randale über und springt solange gegen die Tür, bis diese entweder nachgibt (und ich dann trtozdem aufstehen muss, um sie wieder zuzumachen) oder bis sie es geschafft hat, die Klinke abzubauen (in welchem Fall dann die Tür aufgeht und ich runterklettern muss, um sie wieder zuzumachen und zusätzlich die Klinke wieder anzubauen). Ich habe die Klinke schon umgedreht. Sie zeigt jetzt senkrecht nach unten, weil die Katze sie in der Position am wenigsten leicht aufkriegt. Erst hatte ich sie nach oben zeigen lassen … das hat zwei Nächte gedauert, dann hatte Poppy raus, wie sie die Tür trotzdem aufkriegt. Ehrlich, das ist unglaublich. Das Tier springt hoch, hängt sich mti beiden Vorderpfoten an die Klinke und schaukelt dann hin und her, bis die Tür aufgeht. Das kann sie von innen und von außen.Das ist wirklkich beeindruckend. Ein paarmal habe ich sie schon, wenn ich mich dann doch erbarmt habe, ihr die Tür aufzumachen, als sie wieder herein wollte, von außen an der Klinke hängend vorgefunden.

Ich würde ihr ja eine Katzenklappe einbauen. Meinetwegen kann sie ja rein und raus wie sie will. Dummerweise hat sie die Tendenz, mir dann tote Mäuse mitzubringen. Vor allem nachts, wenn ich nichtsahnend im Bett liege. Die wirft sie mir dann aufs Kopfkissten und ist total pikiert, wenn ich die gar nicht haben will und etwas angeekelt und genervt zum Fenster raus werfe. Neulich hat sie eine tote Meise angeschleppt. Keine Ahnung, wie sie die bei der Eingangskontrolle an mir vorbegeschmuggelt hat, jedenfalls hatte ich plötzlich diesen toten Vogel auf dem Kopfkisssen. Ich Fenster auf, Vogel raus, wieder eingeschlafen … mit halbem Ohr Poppy-Randale wahrgenommen … wieder aufgewacht, als der Vogel, diesmal schon einiger seiner Federn beraubt aber sonst noch recht intakt, wieder auf meinem Kissen landete. Die Hüttentür stand sperrangelweit auf, Poppy saß mit Unschuldsmiene neben mir auf der Bettkante. Nachdem ich den Vogel zum zweitenmal entsorgt hatte, diesmal durch die Tür, weil ich dann weiter werfen kann, habe ich für den Rest der Nacht die Klinke ganz abmontiert. Dafür hatte ich dann eine zutiefst beleidigte Katze.

Aber das war es eigentlich gar nicht, was ich erzählen wollte. Eigentlich wollte ich nämlich erzählen, dass ich im Moment wieder regelmäßig schreibe. Und zwar an meinem ewigen Fantasy-Projekt GorTara. So ungefähr 1000 Wörter am Tag. Das Manuskript vom ersten Teil ist jetzt ungefähr 130 Seiten lang (und ich habe ein bisschen das Gefühl, die Geschichte hat noch gar nicht so richtig angefangen). Einen festen Tagesrhythmus gibt es hier auf der Mühle nicht, dazu sind die Tage zu unterschiedlich, je nachdem, was für Gäste da sind und welcher Teil der Haustechnik jetzt gerade wieder kaputt geht, aber meistens finde ich abends zwischen sechs und acht ein wenig Zeit zum Schreiben.

Um mir die Sache etwas einfacher zu machen, habe ich mir jetzt auch endlich Papyrus Autor geleistet, eine Textverarbeitung, die sich speziell an Schriftsteller richtet und wirklich viele nette Features bietet. Alleine die Rechtschreibkorrektur ist so viel besser als alles, was mir je in Word , OpenOffice, LibreOffice oder Textmaker untergekommen ist, dass sich alleine dafür die Anschaffung gelohnt hat. Ich hätte das schon vor zwei Jahren getan, aber da lief Papyrus noch nicht so besonders gut unter Ubuntu (mit Wine). Jetzt sind viele der Probleme behoben und Papyrus beginnt auch unter Linux Spaß zu machen. Auch meinen geliebten Alphasmart habe ich wieder hervorgekramt. Der ist nämlich unschlagbar, wenn man einfach ein bisschen draußen in der Sonne sitzen und vor sich hin tippen will.

Ob ich in den nächsten vier Tagen zum Schreiben komme, weiß ich allerdings noch nicht. Da ist nämlich ein Tangokurs auf der Mühle und weil noch eine Folgende gefehlt hat, darf ich mittanzen. Ich freu mich schon sehr.