So, nachdem gestern mein Päckchen von Reichelt mit einem Solarladeregler, Kabeln, Schaltern und so nem Zeug angekommen ist, habe ich mich heute daran gemacht, meine Hütte zu verkabeln. Als erstes habe ich den Laderegler an die Wand geschraubt. Das war einfach. Dinge an die Wand schrauben kann ich schon länger. Dann habe ich eine Wolldecke über mein Solarmodul gehängt. weil ausnahmsweise mal die Sonne schien und ich beim Anschließen nicht direkt eine gewischt kriegen wollte. Das Modul anschließen war ganz einfach, denn das Kabel lag ja schon im Inneren der Hütte, ich musste also nur die beiden Drähte in die passenden Schraubklemmen am Laderegler stecken und festschrauben, wie bei einer Lüsterklemme. Das hatte ich so ähnlich auch alles schonmal gemacht. Den Akku anzuschließen (ich hab erstmal nur einen eingebaut, obwohl ich noch einen zweiten hier habe, aber ich wollte die Sache nicht unnötig verkomplizieren) war schon etwas trickreicher. Um so hübsche Ringkontakte, wie man die eigentlich benutzen sollte, an die Kabelenden zu basteln, fehlte mir das passende Werkzeug. Also hab ich die Aderenden jetzt erstmal einfach so um den Kontakt gewickelt und festgeschraubt. Das muss ich irgendwann mal schöner machen, wenn ich mal so eine Crimpzange in die Hand kriege.

Außerdem habe ich auf der Plusleitung eine 30 A Sicherung eingebaut, weil mir irgendwer gesagt hat, dass das so muss. Das ging ganz einfach, weil ich mir einen schicken Sicherungshalter für Glassicherungen geleistet hatte. Da musste man auch wieder nur Kontakte festschrauben. Dito am Laderegler. Und weil der Akku vorgeladen war, leuchteten jetzt schon zwei LEDs an meinem Laderegler. Und zwar grün, das war gut. Das hieß nämlich, das die Batterie erstens richtig herum angeschlossen ist und zweitens, dass sie geladen ist. Sagte die Bedienungsanleitung.

Dann habe ich noch schnell testweise eine Glühbirnenfassung mit einer 12 V LED Lampe als Verbraucher drangehängt, um zu sehen, ob das generell funktioniert. Die 12 V LED war ziemlich teuer, macht aber ein ganz angenehmes Licht, ungefähr vergleichbar einer 40 W Glühbirne bei nur 4 W Leistung. Das war schon ein tolles Gefühl, als die Lampe das erste Mal geleuchtet hat. So ein bisschen wie früher bei diesen Kosmos Baukästen für Elektrik (die ich natürlich nie hatte, weil Mädchen nach Meinung der Eltern und sonstiger Verwandten mit sowas ja nicht spielen … darum muss ich das jetzt heute in echt machen).

Außerdem hab ich dann die Decke vom Solarpanel gezogen und konnte erleben, dass die grüne LED blinkt, was heißt, dass Spannung vom Solarpanel ankommt, aber eben nicht eingespeist wird, weil die Batterie ja schon voll ist (sagt wieder die Bedienungsanleitung). Ich nehme das als Zeichen, dass das Panel tatsächlich funktioniert und Strom liefert.

Jetzt will ich aber natürich auf Dauer in meiner Hütte keine Lampe, die ununterbrochen brennt. Und hängen soll sie möglichst von der Decke und nicht direkt am Ausgang des Ladereglers baumeln. Also musste ich ein paar Strippen ziehen und Schalter einbauen. Und da musste ich schon ganz schön nachdenken. Denn ich wollte nicht nur einen, sondern zwei Lichtschalter, so verdrahtet, dass man das Licht von beiden an bzw. ausschalten kann (damit ich nämlich erst in mein Bett klettern und dann von oben die Lampe ausmachen kann, war die Idee, damit ich nicht mehr im Dunkeln die Leiter rauf muss). Kreuz- oder Wechselschaltung heißt das. Habe ich mal in der Schule gelernt, in Physik, in der sechsten Klasse oder so. Musste ich aber online nochmal nachgucken, bis ich wieder wusste, wie man die Schalter da jetzt verbinden muss. Und war dann in der Theorie auf dem Schaltplan deutlich leichter als in echt in meiner Hütte.

Das ging ja schonmal damit los, dass ich, als ich den Schalter aufgeschraubt hatte, keine Ahnung hatte, wie man denn da jetzt die Kabel befestigt. Da waren gar keine Schrauben. Früher waren in so Schaltern immer Schrauben. Und dann gab es da immer zwei Löcher an jedem Kontakt. Und dabei muss ich doch nur eine Phase schalten. Darauf konnte ich mir erstmal keinen Reim machen und musste Googlen. Ich bin aber nicht die einzige, die da eine Bildungslücke hat, wie es aussieht und ein freundlicher Elektriker hat ein kleines Lehrvideo auf YouTube eingestellt, wie sich das verhält mit den Klemmkontakten. Toll, dass es das Internet gibt.

Nachdem diese Hürde genommen war, hab ich angefangen, Strippen zu ziehen, Schalter und Abzweigdosen anzuschrauben und Kabel zu klemmen. Und dabei festgestellt, dass man mit 10 Metern Kabel lange nicht so weit kommt, wie ich gedacht hatte. Deswegen hängt meine Lampe jetzt noch nicht an der Decke, wie geplant, sondern erstmal seitlich an der Wand. Aber beide Lichtschalter sind angeschlossen und, oh großes Wunder der Technik, ich kann jetzt in meiner Hütte das Licht an und aus schalten. Toll! Ich bin ewig hin und her gelaufen, um mich immer wieder zu versichern, dass ich jetzt wirklich an meinem Bett das Licht an und an der Tür wieder aus machen kann. Und umgekehrt. Oder am Bett an und aus. Oder an der Tür. Einfach toll.

Eigentlich ist noch vorgesehen, eine 12 V Steckdose mit USB Anschluss neben meinem Bett einzubauen und zusätzlich eine Nachttischlampe fest zu verkabeln. Aber dafür brauche ich erstmal mehr Kabel und die passende Steckdose. Aber dann kann ich sogar meinen mp3 Player in meiner Hütte laden und vielleicht sogar mein Netbook betreiben. Und die Lampe muss natrürlich auch noch an ihren vorgesehenen Platz umziehen. Aber das sind alles Feinheiten. Erstmal hab ich Licht. Ist schon eine feine Sache, so selbstgemachter Strom.