Als Teenie war ich großer Harrison Ford Fan. Wegen StarWars und Indiana Jones, hauptsächlich. Und darum habe ich damals natürlich auch „Der einzige Zeuge“ geguckt. Ganz netter Film, aber wie der Rest der Welt hätte ich den Film wahrscheinlich größtenteils vergessen, wenn es da nicht diese geile Szene gäbe, wie die Amish an einem Arbeitstag nur mit einfachen Werkzeugen und Muskelkraft eine ganze riesige Scheune aufbauen.

Und an genau diese Szene habe ich mich jetzt wieder erinnert, weil ich doch angefangen habe, unseren Wintergarten in einen Hühner- und Kaninchenstall zu verwandeln. Dafür musste ich irgendwie Zwischenwände einziehen. Wände habe ich vorher noch nie gebaut. Genaugenommen habe ich überhaupt bisher sehr wenig gebaut … ein paar Ratten- und Hamsterkäfige und ein Kürbisregal. Deswegen stand ich anfangs auch etwas planlos mit meinen gehobelten Vierkanthölzern im Wintergarten und wusste nicht recht, wie ich anfangen soll. Und dann fiel mir halt „Der einzige Zeuge“ wieder ein und ich habe so eine Art Fachwerkwand zusammengezimmert und dann aufgestellt und an die Dachbalken geschraubt. Das klingt jetzt wackeliger, als es ist. Im Prinzip bin ich unglaublich stolz auf mein Werk.

Eigentlich wollte ich die Fache einfach mit Kaninchendraht ausfüllen, aber dann hat mir mein Chef so Pressspan-Bodenplatten geschenkt, und deshalb habe ich jetzt die unteren Hälften der Wände mit diesen Platten ausgefüllt. Das sieht jetzt schon sehr massiv aus. Allerdings haben die Platten natürlich rechte Winkel. Meine Fache nicht ganz so. Dabei hab die Wasserwaage behauptet, das sei alles gerade und senkrecht und so. Sah auch echt gut aus … bis eben die Platten da reinkamen und man dann doch sehen konnte, dass es nicht ganz so gerade ist, wie ich gedacht hab. Allerdings ist unser Estrichboden im Wintergarten nicht ganz eben. Daran muss es liegen. (… Bauer … Badehose …) Aber ich glaube nicht, dass das die Hühner stören wird.

Beim Bauen war ich jedenfalls hin und her gerissen. Einerseits fühlte es sich großartig an, so etwas fundamentales und stabiles wie eine Wand zu bauen. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, notfalls auch ein Haus bauen zu können. Naja, zumindest eine Hütte oder ein Baumhaus oder so etwas. (Ich hab nämlich ein Bauspielplatz-Trauma … mit acht Jahren gab es bei uns so ein Bauspielplatzprojekt, wo man Hütten bauen durfte. Ich fand das ganz toll und wollte da unbedingt hin, aber weil ich da keinen kannte und auch keine Ahnung hatte, wie man eine Hütte auch nur anfängt, hab ich da am Ende nur vier Bretter auf dem Boden in ein Viereck gelegt, um zu markieren wo die Wände sid … eine 2-dimensionale Hütte, sozusagen. Jetzt endlich Wände bauen zu können war für mich die Eroberung der dritten Dimension) Andererseits habe ich fest gestellt, dass ich für diese Bauerei ewig brauche. Das liegt zum einen daran, dass ich ja keinen Plan habe, was ich da eigentlich tue und für jeden Arbeitsschritt stundenlang nachdenke, ob das jetzt wirklich sinnvoll ist, was ich da mache. Zum anderen besteht mein Werkzeug hauptsächlich aus einer 10 Euro Stichsäge vom Aldi und die braucht einfach ihre Zeit, bis die sich durch so einen Balken oder eine Bodenplatte genagt hat. Außerdem wiegen diese Platten im Rohzustand Tonnen und handlich sind die auch nicht gerade. Bis ich die auf die Sägeböcke gewuchtet habe, vergeht auch jedesmal einiges an Zeit. So ist ein Arbeitstag blitzschnell um und ich hab nichtmal die Hälfte von dem geschafft, was ich eigentlich schaffen wollte.

Naja, mal sehen. Vielleicht schaffe ich es ja morgen, wenigstens den Innenbereich fertig zu bekommen. Den Zaun für das Außengehege baue ich dann nächste Woche.