Ich habe ein Monster erschaffen. Ich hätte die Mädels nie mit Buffy anfixen dürfen. Vor allem Sunnyi hat nichts anderes mehr im Kopf, als wann sie endlich die nächste Folge gucken kann. Und dann noch eine. Und noch eine. Der Abend startet eigentlich jetzt immer so um achtzehn Uhr mit der Frage „Können wir jetzt endlich anfangen?“. Zuerst habe ich ja noch versucht, den Buffy-Konsum vor allem vor Schultagen auf eine Folge pro Abend zu begrenzen, weil die Fräuleins sonst nämlich morgens nicht aus dem Bett finden. Inzwischen habe ich kapituliert.

Das Gemeine ist ja, dass ich das ziemlich gut nachvollziehen kann. Ich weiß ja, wie süchtig Buffy macht. Ich habe mir die Serie auch in kürzester Zeit und mit mehreren Folgen nacheinander reingezogen. Da steht es mir ja so richtig jetzt nicht zu, zu sagen „Nö, die zweite Hälfte der Doppelfolge gucken wir morgen … oder übermorgen“.

Mir passiert das ja selbst heute noch, dass ich von irgendwas völlig infiziert werde. Und jetzt hat mich wohl das Narnia-Virus erwischt. Wieder erwischt, sollte ich sagen. Ich habe die Bücher ja schon als Kind gelesen. Nicht nur, dass die damals genau meinen Nerv trafen (ich hab ja selber immer gerne Zauberwelten auf alten Dachböden, unter Baumwurzeln oder im Maisfeld gesucht … und manchmal gefunden), es war auch eines der ersten Male, dass ich dem Serien-Effekt erlegen bin. Ich hatte damals keine Ahnung, wie viele Bände es eigentlich gibt. Ich bin da immer etwas planlos durch die Kinderbuchabteilung der Stadtbücherei gegeistert und habe nach Fantasy-Büchern gesucht. Da gab es nicht so wahnsinnig viele von und deswegen waren die auch dauernd verliehen. Irgendwann bin ich auf den zweiten Narnia-Band gestoßen (also der, der heute als „Prinz Kaspian“ verfilmt ist, damals hieß der „Rückkehr nach Narnia“, glaub ich). Dass schon im Titel erkennbar war, dass es sich um eine Fortsetzung handelte, hat mich nicht abgehalten. Aber dann wollte ich natürlich auch den ersten Band lesen. Und nach und nach habe ich dann in wilder Reihenfolge auch alle anderen Bände gelesen.

Die Disney-Verfilmung des ersten Teils hab ich schon vor ein paar Jahren gesehen, als die im Kino lief. Da hat sie mich ziemlich kalt gelassen. Aber jetzt, wo ich sie mir nochmal auf DVD angeguckt habe (und den zweiten Teil auch), fand ich sie doch ziemlich schön gemacht. Episches Disney-Kino halt … großartige Landschaftsaufnahmen, brachiale Filmmusik und aufwendige Schlachtszenen. Nicht ganz so viele Statisten wie beim Herrn der Ringe, aber doch schon eine recht beeindruckende Armee. Und die jungen Hauptdarsteller machen ihre Sache wirklich wirklich gut. Denen kauft man die Geschichte ab, die Actionszenen genauso wie die ruhigen emotionalen Momente.

Und weil diese Narniamanie jetzt zeitlich mit meiner Lust zu zeichnen zusammentraf, habe ich mir meine Motive halt alle aus dem Film gepickt. Genaugenommen alle aus dem zweiten Teil. Edmund hab ich ja neulich schon gepostet (Jahn hat’s richtig erkannt, glaub ich, auch wenn Edmund nur eine kleine Schwester hat, nicht zwei). Die andern Geschwister habe ich inzwischen auch verewigt. Allerdings hat Susan beim Scannen etwas gelitten, im Original hat sie eine weniger knollige Nase, da sind die Schattierungen verloren gegangen.

Lucy ist mir irgendwie insgesamt zu flächig, da gefällt mir eigentlich nur der Sonneneinfall auf dem Haar wirklich gut, aber ich denke, erkennen kann man sie.

Das Glanzstück meiner Sammlung ist allerdings König Peter der Prächtige. Die Rüstung war eine echte Fleißarbeit.