Es gibt Filme, die ihre Aktualität behalten, auch wenn die Autos und Klamotten nicht so aussehen. „The China Syndrome“ kam 1979 in die Kinos, pikanterweise 2 Wochen vor dem Unfall im Kraftwerk Three Mile Island in Harrisburg, Pennsylvania. Diese zeitliche Nähe ist schon fast ein bisschen unheimlich, denn in dem Film geht es um einen Unfall in einem Druckwasserreaktor, der durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit den späteren Abläufen in Three Mile Island aufweist. Und dann sagt in dem Film auch noch jemand, dass im Falle einer Kernschmelze „ein Gebiet von der Größe Pennsylvanias“ verstrahlt werden könnte (und das, obwohl der Film in einem fiktiven kalifornischen Kernkraftwerk spielt).

Trotz des reißerischen Titels, „China-Syndrome“ ist eine amerikanische Metapher für Kernschmelze, ist der Film  kein Katastrophenfilm, sondern ein Politthriller. Nicht der eigentliche Unfall steht im Vordergrund, sondern die Umstände, warum es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte und die Versuche der Betreibergesellschaft, die Sache zu vertuschen und herunter zu spielen. Und der Film könnte genausogut heute (na gut, vor vierzehn Tagen) in Fukushima spielen oder in Krümmel.

In den 1970ern gab es einige solcher Enthüllungsthriller: Unternehmen Capricorn und Coma zum Beispiel, beide 1978. Im ersten geht es um eine fingierte Marslandung, ist also sozusagen Hollywoods Umsetzung der Mondlandungs-Verschwörung, in Coma geht es um Organhandel. Alle diese Filme zeichnet ein hohes Maß an Sozialkritik aus. Ich glaube, solche Filme traut sich heute in den USA gar keiner mehr zu produzieren. Also, zumindest nicht bei den großen Filmgesellschaften, allenfalls als Independend-Film.

Und Michael Douglas sah mal richtig gut aus, so mit Bart und langen Haaren. Jane Fonda auch (aber ohne Bart).

Wen ich jetzt neugierig gemacht habe, der findet den Film z.B. hier:
http://moviescollections.info/movies/The_China_Syndrome.html
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