Sachsen-Anhalt hat gewählt. Na ja, grob die Häfte der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt haben gewählt, die anderen sehen das wahrscheinlich so ähnlich wie ich, „Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten“ Ich geh zu dieser Spaßveranstaltung jedenfalls schon eine Weile nicht mehr hin.

Aber wie auch immer. Alle sagen jetzt (also, mit „alle“ meine ich die Journalisten der Massenmedien, die es wissen sollten), dass CDU und SPD jetzt in Sachsen-Anhalt wieder eine große Koalition bilden. Tun sie nicht! Eine „große Koalition“ ist nämlich definiert als eine Koalition der beiden stärksten Kräfte im Parlament. Und die SPD ist nämlich nach dieser Wahl gar nicht mehr zweitstärkste Fraktion in Sachsen-Anhalt. Das ist die Linke. Über die darf man denken, was man will, aber es ist nicht okay, wenn das doch überzeugend hohe Wahlergebnis dieser Partei in den Medien geschmälert wird, indem eben durch den Begriff „große Koalition“ der Eindruck erweckt wird, dass die beiden stärksten Parteien eben in Deutschland immer und überall CDU und SPD sein müssen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, versagt quasi das politische Vokabular.

Ist nicht wichtig. Hat mich nur geärgert, weil es zeigt, wie festgefahren und unflexibel die politische Denke in Deutschland eben ist. Was schon immer mein Hauptargument dafür war, dass man sich diesen überteuerten Affenzirkus auch schenken könnte. Oder zumindest stark verkleinern.