… ist der mehr oder weniger sinnbefreite Werbespruch der Stadt Essen.

Ich bin als alte Autohasserin eine erfahrene und geradezu cosmopolitische Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel. Ich bin mit über 50 Jahre alten Bussen auf Malta gefahren, ich habe mir mit einem halben Dutzend Arabern in Tunesien eine „Louage“ geteilt, ich habe mich in Langstreckenbussen bis ins Exmoor und nach Neufundland gekämpt. Ich beherrsche die U-Bahnstreckenpläne von Paris, London und Budapest und lese im Notfall auch Fahrpläne auf polnisch oder griechisch. Bei unserer Haussuche habe ich normalerweise höchstens 10 Minuten googeln gebraucht, um die nächstgelegene Bushaltestellen und sämtliche Verbindungen zu finden (okay, das war meist auch nur ein Schulbus pro Tag). Ich bin geradezu Spezialistin darin, mit öffentlichen Verkehrsmitteln da hin zu kommen, wo ich hin will. Manchmal sogar dann, wann ich hin will.

Aber Essen, meine Damen und Herren, Essen geht jetzt mal echt gar nicht. Diese Stadt ist ein ÖPNV-Moloch sondergleichen. Also, nicht, dass es da keine Bussen und Bahnen gäbe. Im Gegenteil, jede Menge davon. Das ist ja das Problem. Da gibt es Regionalbahnen, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse. Und irgendwie keine Webseite, die es schaffen würde, da ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen. Die Webseiten des VRR sind so ziemlich das grottigste, was mir an Fahrplanauskunftsseiten in den letzten Jahren so untergekommen ist. Erst braucht diese Scheißkarte für die Haltestellensuche stundenlang, um zu laden, dann übernimmt sie die nach ewigem zoomen und scrollen endlich gefundene Auswahl nicht automatisch in die Suchmaske und dann behauptet diese #$“&$*?&te Suchmaske auch noch, ich hätte leider zu lange gebraucht, meine Sitzung sei abgelaufen. Grrrrr!!!!!

Die Verbindung, die er mir beim zweiten Mal raussucht, beschert mir von Münster zu meinem Zielort in Essen eine Fahrtzeit von 2:40 Minuten. Wenn ich mich ranhalte, bin ich in der Zeit mit dem Fahrrad da. Okay, das ist übertrieben. Aber trotzdem. Ich weiß ja, dass ich beim letzten Mal schneller war. Wenn ich mir nur die Nummer der Straßenbahnlinie gemerkt hätte, würde ich da auch wieder hinfinden. Also nächster Versuch, diesmal lade ich mir den Netzlinienplan herunter. Als PDF. Dauert auch ewig und scrollt sich ähnlich komfortabel wie vorher die Übersichtskarte, aber na gut. Jetzt kann ich rekonstruieren, dass ich beim letzten Mal mit der Linie 105 gefahren bin. Prima, dann brauche ich mir ja jetzt nur noch den zugehörigen Fahrplan runterladen, auch als pdf … wird mir da ja schließlich angeboten.

„Leider kann ihre Anfrage zum jetzigen Zeitpunkt von uns nicht bearbeitet werden, bitte versuchen Sie es später noch einmal.“

Wie jetzt? Hat der Server für die Linienfahrpläne getz gerade Mittach oder watt?

Ich geb auf. Irgendwie werde ich schon da ankommen, wo ich hinwill. Hat bisher noch immer funktioniert. Aber schön, dass ihr Kulturhauptstadt geworden seid …