Gestern bin ich, weil das Wetter so schön war, die landschaftlich reizvolle Strecke über den Wasserweg von der Arbeit nach Hause gefahren. Schöne Bauernhöfe und niedliche Häuser da. Würde ich sofort mieten, wenn eins frei wäre und ich es mir leisten könnte. Jedenfalls ist da an einem Haus ein Schild am Gartentor: „Honig aus eigener Imkerei“. Und weil mein Honigglas zu Hause gerade leer war und ich ja eigentlich ein großer Freund davon bin, regionale Produkte zu kaufen, wo man den Produzenten selber kennt, hab ich da kurzerhand geklingelt. Der Typ, der mir geöffnet hat, hätte jetzt auch prima zu meinem Westfalenland-Artikel von neulich gepasst. Ich habe also brav mein Sprüchlein gesagt, dass ich gerne Honig kaufen würde. Ein Glas für 4 € wurde ich knapp informiert. Das erschien mir angemessen, kosteten die einfachen Blütenhonige in der Schoppe auch ungefähr.

Jedenfalls ermahnte der stolze Honigproduzent mich noch „Aber nicht in den Tee tun … dafür können sie so einen Lagnese-Honig nehmen …“ Eh … natürlich will ich meinen Honig in den Tee tun. Ich trinke meinen Tee immer mit Honig. Und ich will verdammt sein, wenn ich dafür so einen Supermarkt-Schrott kaufe. Ich weiß, dass beim Erhitzen die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs verloren gehen. Aber darum geht es mir ja in der Regel gar nicht. Ich will einfach, dass der Tee nach leckerem süßen Honig schmeckt. Außerdem mag ich Honig in pur oder auf Brot gar nicht.  Aber das hab ich ihm natürlich nicht gesagt. Ist ja meine Sache, was ich mit dem Honig tue.

Als ich das Glas heute aufgemacht habe (um einen Löffel in meinen Tee zu tun), musste ich aber doch mal ein kleines bisschen in pur probieren. Wow! Nein, echt jetzt. Da waren so viele feine Aromen gleichzeitig auf meiner Zunge, das war einfach irre. Das habe ich so bei Honig wirklich noch nie geschmeckt. Also, vielleicht ist der wirklich zu schade für den Tee. Da schmeckt er dann nämlich nicht anders als andere Honige auch. Jedenfalls verstehe ich jetzt, warum Bären ganze Bäume fällen nur um an den Honig in irgendeinem Wildbienenstock zu kommen.

Also, Honig von Eike Sauerbrey, Wasserweg 191 kann ich wirklich wärmstens empfehlen.