Ingwer ist so ein Zeug, das ich zwar gerne mag, als „Gewürz“ an Wok-Gerichten, z.B. Aber weil es recht intensiv im Geschmack ist, bleibt bei mir meistens etwas von der Ingwerwurzel übrig (es sei denn, ich hab im Laden Glück gehabt und genau ein kleines passendes Stück bekommen). Jetzt habe ich endlich eine sinnvolle Verwendung für das Zeug gefunden.

Ingwerbier ist mir unter dem Namen „Ginger Beer“ das erste Mal in England begegnet. Ich glaube, das war während meines Exmoor-Urlaubs. Man darf das nicht mit „Ginger Ale“ verwechseln. Das mag zwar ursprünglich mal auf das gleiche Getränk hinausgelaufen sein, aber inzwischen ist das, was als Ginger Ale verkauft wird, in England ebenso wie überall auf der Welt eklige süße Limonade von Schweppes und Co. Ginger Beer hingegen ist scharf, fruchtig sauer und hefevergoren. Es enthält verschwindend geringe Mengen Alkohol, ähnlich wie Malzbier. Wenn man es in Flaschen abgefüllt kauft, stehen da immer jede Menge Warnhinweise drauf: nur gekühlt und aufrecht stehend lagern und nicht schütteln. Explosionsgefahr. Echt, man hat ein bisschen das Gefühl, flüssigen Sprengstoff zu kaufen. Ein bisschen schmeckt es auch so. Auf jeden Fall ist es gekühlt im Sommer eine fantastische Erfrischung. Von Voelkel gibt es hier in Deutschland ein ähnliches Gebräu namens Ginger Life, ähnliche Warnhinweise und auch entfernt ähnlicher Geschmack, aber ohne Hefe, sondern stattdessen mit zugesetzter Kohlensäure.

Jetzt habe ich vor ein paar Tagen im Internet auf einer englischen Käseseite auch ein Rezept für Ingwerbier gefunden (bei denen heißt es allerdings Ginger Ale) und musste das auch gleich ausprobieren. Ist wirklich sehr einfach. Aber die Sicherheitshinweise sind angebracht. Durch die Gährung entsteht in überraschend kurzer Zeit sehr viel Druck. Eine gut geschüttelte Colaflasche ist nichts dagegen.  Das einzig Blöde ist, dass man fast zwei Tage warten muss, bis man es endlich trinken kann. Das erhöht zwar die Vorfreude, fällt aber schwer, denn das Zeug macht wirklich süchtig.

Auf der gleichen Seite gibt es auch ein Rezept für Rootbeer. Ich kann ja die meisten meiner Bekannten schocken, wenn ich zugebe, dass ich das Zeug wirklich gerne mag. Allerdings kenne ich da nur die industrielle Variante, die ählich wie beim Ginger Ale wahrscheinlich total degeneriert und überzuckert ist. Allerdings wird in dem Rezept auch nur fertiges Rootbeer Aroma benutzt. Sassafraswurzel benutzt wohl heute keiner mehr, weil einer der Inhaltsstoffe als krebserregend gilt. Aber das hat mich jetzt schon zum Nachdenken gebracht, woraus man wohl sonst noch solche Kräuter- und Wurzelbiere herstellen kann. So nach dem Prinzip Zucker, Hefe und Geschmack. Mir schwebt da im Moment ein Lakritz-Bier vor, mit einem Hauch Vanille. Muss ich demnächst mal ausprobieren. Erstmal warten jetzt drei Liter Ingwerbier auf mich, die ab morgen trinkbar sein sollten.

Außerdem hab ich wieder Käse gemacht … zwei Batzen Feta, ein bisschen Frischkäse und einen kleinen Käselaib, der im Moment noch in Salzlake liegt, und von dem ich noch nicht weiß, was er danach werden soll. Und aus der Molke hab ich diesmal noch Ricotta gekocht. Der ist aber noch nicht ganz fertig, den muss ich gleich noch abschöpfen und durch ein Tuch filtern. Da mach ich dann heute abend frische Gnocci draus. Das Rezept ist ebenfalls von dieser Käseseite.

Und morgen sammele ich Holunderblüten und koche Holunderblütensirup. Kochen ist toll.