Seit ein paar Tagen bin ich total unruhig, habe ständig das Bedürfnis, irgendwelche Nachrichtenseiten im Internet zu lesen, weil ich auf einen großen Knall warte (und nein, Köhlers Rücktritt ist kein großer Knall, Lenas Sieg beim Grand Prix … also Eurovision Dingenskirchen oder wie das jetzt heißt) auch nicht. Und die iPad Einführung in Deutschland, die es immerhin in die öffentlich-rechtlichen Abendnachrichten geschafft hat, erst recht nicht. (Seit wann sind Produkteinführungen, zumal von Dingen, die ja ganz hübsch sein mögen, die die Welt aber jetzt echt nicht so wirklich braucht, eigentlich ein Thema für heute und Tagesschau?) Die Tatsache, dass riesige Mengen Öl in den Golf von Mexiko strömen und keiner so richtig zu wissen scheint, was man dagegen tun kann, schon eher. Dass Israel auf türkische Schiffe schießt ist auch nicht ohne.

Ich glaube aber eher, dass mich einfach wieder das Problem einholt, dass unsere Gesellschaft einfach in so vielen Dingen so fundamental falsch ist und sich so extrem auf Kollisionskurs mit der Realität eines endlichen Planeten befindet. Das will aber kaum jemand merken, weil die meisten ja offenbar damit beschäftigt sind, sich ein iPad zu kaufen oder Lena in Oslo zuzujubeln. Oder was man sonst als angepasstes Mitglied der Gesellschaft so macht.

Da ist es dann erfrischend, auf einen Dokumentarfilm zu stoßen, der meine Weltanschauung und Gemütslage so gut einfängt, wie kein zweiter. What a Way to Go: Life at the End of Empire. Ein Rundumschlag zu Peak Oil, Klimawandel, Überbevölkerung und Artensterben mit der Erkenntnis, dass wir neue Geschichten brauchen. Derrick Jensen kommt zu Wort, Richard Heinberg kommt zu Wort und viele weitere kluge Leute mehr.

Ein Bild, dass mir besonders gut gefallen hat: unsere derzeitige Situation, bei der wir weltweit von eigentlich allem mehr verbrauchen, als die Erde in derselben Zeit neu produzieren kann (Trinkwasser, Ackerboden, fossile Brennstoffe, Regenwald, Fische … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen) gleicht einem Ziegelhaus, dass wir immer höher bauen, indem wir einfach immer mehr Ziegel aus den unteren Etagen wegnehmen und oben wieder anbauen.

Jeder, der mal Jenga gespielt hat, weiß, wie das endet.