… und auf einmal ist er nicht mehr da“, sagt Mattis der Räuberhauptmann in Ronja Räubertochter, als Glatzenpeer stirbt.

Schon seit geraumer Zeit spekulieren Astronomen, dass der Stern Beteigeuze (manchmal auch Betelgeuse geschrieben) im Sternbild des Orion kurz vor einer Supernova steht. Bzw., angesichts der Tatsache, dass er 630 Lichtjahre weit weg ist, dass das schon lange passiert ist.

Betiegeuze ist ein roter Riese. Er ist 1000 x größer als die Sonne. Wenn er in unserem Sonnensystem wohnen würde, würde seine Ausdehnung bis über die Marsumlaufbahn hinaus reichen. Dabei hat er aber nur ca. 20 x soviel Masse wie unsere Sonne. Auf jeden Fall ein ziemliches Monster. Und mit 630 Lichtjahren (die Entfernung ist wohl immer noch nicht so genau bekannt, ich habe Angaben zwischen 330 und 700 Lichtjahren gefunden, je nachdem, mit welcher Methode gemessen wurde, aber die 630 scheinen sich als aktueller Stand der Forschung zu etablieren) ist der astronomisch gesehen gleich um die Ecke. Das heißt, wenn der explodiert, dann werden wir das auf jeden Fall sehen. Ungefähr so hell wie der Mond dürfte die Supernova uns erscheinen, meinen Experten.

Die Supernova ist fällig, wahrscheinlich innerhalb der nächsten tausend bis zehntausend Jahre, meinen Astronomen. Das schließen sie aus der Tatsache, dass der Durchmesser des Sterns zwischen 1993 und 2003 um 15 % abgenommen hat. Dieser einsetzende Schrumpfungsprozess läutet das Ende seines Lebens als roter Riese ein. Als nächstes stehen danach Supernova und im Endstadium schwarzes Loch an. Nein, keine Angst, aufgesaugt werden wir nicht, dazu sind über 600 Lichtjahre dann doch ein bisschen weit weg.

Jetzt scheint sich wieder etwas zu tun am Beteigeuze (naja, jetzt sehen wir wieder was, getan hat sich das dann ja schon vor einer Weile … tückische Sache das mit der Lichtgeschwindigkeit). Gerüchten zufolge haben Astronomen am Mauna Kea Observatorium in Hawaii beobachtet, dass Beteigeuze nicht mehr rund ist, sondern sich zu einem Ellipsoid verformt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Supernova unmittelbar bevorsteht (was auch immer „unmittelbar“ jetzt für Astronomen heißt).

Das Erschreckende daran finde ich nicht, dass da in relativer Nähe ein wirklich großer Stern explodiert. Aber die Vorstellung eines Nachthimmels ohne rechte Schulter von Orion finde ich schon sehr sehr seltsam. Ich meine, hey, das ist einer der zehn hellsten Sterne an unserem Nachthimmel, in dem vielleicht bekanntesten und am leichtesten zu erkennenden Sternbild. Der darf doch nicht einfach ausgehen. Das reißt ein Loch in mein Weltbild, buchstäblich. Das wäre wie Köln ohne Dom … wie Star Wars ohne Darth Vader … wie Donauwellen ohne Kirschen. Das geht einfach nicht. Ich fordere eine Petition: „Beteigeuze darf nicht sterben“ Sowas darf man doch nicht zulassen.