Ich plane ja nun schon seit geraumer Zeit das Anlegen eines Gemüsegartens. Scheitert aber eben an dem belasteten Boden, an den überhöhten Preisen für Kaninchendraht und natürlich auch ein bisschen an meiner Faulheit. Und jetzt hat mein Mitbewohner Ulf mich gerade auf eine Idee gebracht, die mir ausgesprochen gut gefällt: Warum besorge ich nicht einfach ein paar alte Badewannen und bepflanze die. Billiger kann man ja kaum an übergroße Blumenkübel kommen. Mein erster Gedanke war „Staunässe“ und „Bodenbelüftung“, aber Badewannen haben ja praktischerweise einen Abfluss und wenn man da unten jetzt eine Dränageschicht aus grobem Kies und darüber Holzschnitt einbaut, dann sollte das doch eigentlich funktionieren. Und Kaninchen, Wühlmäuse und sogar Schnecken dürften sich zumindest etwas schwerer tun, an die Früchte meiner Arbeit zu kommen. Wenn man dann noch für eine vorteilhafte Mischkultur sorgt und ein paar Regenwürmer reinwirft, sollte das doch eigentlich ganz gut funktionieren.

Wo kriegt man denn alte Badewannen her? Emaille, am besten, sind mir sympathischer als Kunststoff. So richtig alte verzinkte Blechwannen sind wahrscheinlich schon wieder nicht so toll. Wenn ich Zink will, kann ich auch direkt in unserem Boden anbauen😉 Ich hab gerade mal an Rümpelfix geschrieben, die machen auch Wohnunssanierungen, da könnte sowas mal anfallen. Vielleicht auch auf dem Recyclinghof?

Damit es nicht allzu häßlich aussieht, kann man dann ja andere Kübel drumherum stellen, oder vielleicht auch eine Holzverkleidung bauen oder irgendwas überhängendes an den Rand pflanzen (oder auch nicht … man muss den Schnecken ja jetzt keine Leitern bauen). Und dann kann ich die da platzieren, wo am meisten Sonne hinkommt. Oder auch nicht, für die Pflanzen, die es lieber schattig mögen. Und ich kann den Garten dann fast beliebig vergrößern, weil ich im Zweifel auch Wannen auf das Abbruchgrundstück hinter unserem Garten stellen kann. Die Idee gefällt mir immer besser.

Andy hat Tomke zum Geburtstag einen Hühnerstall geschenkt. Bis jetzt besteht der allerdings nur in seinem Kopf und in der Form einiger Bretter. Some assembly required, sozusagen. Platz für sieben Hühner und einen Hahn sollen er bieten … für jeden Hausbewohner ein Huhn und einen Zwerghahn für Jannik oder so.

Im Moment fällt allerdings ein deutlicher Schatten auf unsere Hausgemeinschaft. Die Stadt hat nämlich beschlossen, das Haus zum Verkauf auszuschreiben. Vorgestern war ein Gutachter von der Stadt da, der den Wert des Hauses schätzen soll. Wir haben als Bewohner eine Art Vorkaufsrecht, aber so sehr ich dieses Haus auch liebe, ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich, wenn auch nur anteilig, besitzen will. Der bröselnde Putz, die Risse in den Wänden, das Wasser im Keller, der versottete Kamin … alles keine wirklich guten Zeichen. Andererseits … 4000 qm Grundstück auf denen man so ziemlich tun und lassen kann was man will (außer was richtiges bauen), keine Nachbarn, die sich beschweren. Ich träume ja immer noch davon, mir irgendwann im Garten eine Jurte zu bauen. So was wie die hier. Die Fabrik  ist halt ein Platz, wo man wirklich sein darf, wie man ist. Jeder darf das, auch die Karnickel im Garten, der Igel unter der Terrasse, die Ameisen in der Küche und die Solitärbiene, die sich im Bad ihr Nest gebaut hat. Nur gegen die Mäuse haben wir Fallen aufgestellt, aber auch erst, als sie sich massiv in unserem Vorratsschrank breit gemacht haben.

Die Leute von der Stadt hatten einen alten Grundriss dabei. Da stimmte nichts mehr. Es gab offenbar mal ein zweites Treppenhaus und insgesamt vier voneinander getrennte Wohnungen. Außerdem einen Anbau mit Schwimmbad und Sauna. Von all dem ist nicht mehr viel übrig. Sogar die Haustür ist nicht mehr an derselben Stelle. Wenn man es weiß, kann man das an der Fassade sogar sehen, wir haben bloß nie drauf geachtet.