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Seit ein paar Tagen bin ich total unruhig, habe ständig das Bedürfnis, irgendwelche Nachrichtenseiten im Internet zu lesen, weil ich auf einen großen Knall warte (und nein, Köhlers Rücktritt ist kein großer Knall, Lenas Sieg beim Grand Prix … also Eurovision Dingenskirchen oder wie das jetzt heißt) auch nicht. Und die iPad Einführung in Deutschland, die es immerhin in die öffentlich-rechtlichen Abendnachrichten geschafft hat, erst recht nicht. (Seit wann sind Produkteinführungen, zumal von Dingen, die ja ganz hübsch sein mögen, die die Welt aber jetzt echt nicht so wirklich braucht, eigentlich ein Thema für heute und Tagesschau?) Die Tatsache, dass riesige Mengen Öl in den Golf von Mexiko strömen und keiner so richtig zu wissen scheint, was man dagegen tun kann, schon eher. Dass Israel auf türkische Schiffe schießt ist auch nicht ohne.

Ich glaube aber eher, dass mich einfach wieder das Problem einholt, dass unsere Gesellschaft einfach in so vielen Dingen so fundamental falsch ist und sich so extrem auf Kollisionskurs mit der Realität eines endlichen Planeten befindet. Das will aber kaum jemand merken, weil die meisten ja offenbar damit beschäftigt sind, sich ein iPad zu kaufen oder Lena in Oslo zuzujubeln. Oder was man sonst als angepasstes Mitglied der Gesellschaft so macht.

Da ist es dann erfrischend, auf einen Dokumentarfilm zu stoßen, der meine Weltanschauung und Gemütslage so gut einfängt, wie kein zweiter. What a Way to Go: Life at the End of Empire. Ein Rundumschlag zu Peak Oil, Klimawandel, Überbevölkerung und Artensterben mit der Erkenntnis, dass wir neue Geschichten brauchen. Derrick Jensen kommt zu Wort, Richard Heinberg kommt zu Wort und viele weitere kluge Leute mehr.

Ein Bild, dass mir besonders gut gefallen hat: unsere derzeitige Situation, bei der wir weltweit von eigentlich allem mehr verbrauchen, als die Erde in derselben Zeit neu produzieren kann (Trinkwasser, Ackerboden, fossile Brennstoffe, Regenwald, Fische … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen) gleicht einem Ziegelhaus, dass wir immer höher bauen, indem wir einfach immer mehr Ziegel aus den unteren Etagen wegnehmen und oben wieder anbauen.

Jeder, der mal Jenga gespielt hat, weiß, wie das endet.

Jedes Jahr im Mai fragt meine Mutter mich irgendwann am Telefon: Sag mal, was wünschst du dir denn zum Geburtstag. Und jedes Mal fällt mir nix gescheites ein. Diesmal hatte ich jedoch nach kurzem Nachdenken eine Idee. Ich wollte mir schon immer so einen einfachen kleinen Fahrrad-Transportanhänger kaufen. So ein Ding, wo man dann zwei Mineralwasserkisten oder eine von diesen handelsüblichen Stapelkisten draufpacken kann. Und den man am besten auch als Handkarren nutzen kann, zum Altglas wegbringen (in unserer WG ein ewiges Elend) zum Beispiel.  Fand meine Mutter gut und sagte das, was sie dann jedes Jahr sagt: „Okay, kauf dir sowas, ich geb dir dann das Geld wieder“.

Neulich hatte ich schonmal bei Ratio nach solchen Anhängern geguckt und auch einen gesehen, kostete 80 Euro und sah ganz vertrauenerweckend aus. War aber eben in ein großes und sperriges Paket verpackt. Sehr autofahrerfreundlich gedacht, hätte man bestimmt gut unten in den Kofferraum legen können, aber auf dem Fahrrad nicht so wirklich gut zu transportieren (zumal, wenn man eben noch keinen Fahrradanhänger hat, um damit den neuen verpackten Fahrradanhänger nach Hause zu bringen).  Und auf dem Ratio-Parkplatz mit Werkzeugkasten anzurücken, um den Anhänger gleich vor Ort zusammen zu bauen, hatte ich auch keine rechte Lust.

Heute habe ich mir dann gedacht: „Geh doch mal zu Toom“. Ich wollte sowieso einen Spaziergang machen und Toom liegt für mich noch in ganz erreichbarer Entfernung und sogar mit einer landschaftlich ganz reizvollen Strecke. Gedacht, getan. Und die hatten sogar einen Fahrradanhänger. Ein bisschen kleiner als der von Ratio und ein bisschen weniger vertrauenerweckend, aber nochmal 10 Euro billiger und etwas kleiner und handlicher. Ich habe dann ganz gewitzt gefragt, ob ich nicht einfach das schon zusammen gebaute Ausstellungsstück haben kann. Konnte ich. War zwar etwas wenig Luft in den Reifen, aber um den unbeladen nach Hause zu ziehen, sollte das okay sein.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass der eben nur so flüchtig von Hand zusammen geschraubt war. Das ist mir erst aufgefallen, als mir nach den ersten vierhundert Metern das linke Rad ab fiel. Werkzeug hatte ich natürlich keines dabei, konnte das Ding also auch nur so mittelmäßig gut wieder anschrauben. Die Prozedur mit dem abfallenden Rad wiederholte sich daraufhin alle 200 Meter. Von Toom bis zu uns sind durch die Gasselstiege etwa 2,5 km, das mag jetzt ausrechnen wer will.

Ich hatte also schon ziemlich den Kaffee auf, als ich zu Hause war. Dann durfte ich feststellen, dass die Ventile wenn überhaupt dann irgendeinem chinesischen Industriestandard gehorchen, jedenfalls habe ich keine Luftpumpe gefunden, mit der man da wirklich Luft rein befördern kann. Außerdem mehren sich meine Zweifel, dass das Problem mit dem Rad durch stärkeres Anziehen der Radmutter wirklich zu lösen ist. Das ist nämlich so eine Sache mit Schraubgewinden. Die gibt es in rechtsdrehend und linksdrehend. Und zwar nicht, um den Warenaustausch zwischen dem Commonwealth und dem Rest der Welt zu erschweren, wie man manchmal meinen könnte, sondern unter anderem deshalb, weil sich an einem zweirädrigen Fahrradanhänger beim Vorwärtsfahren ein Rad mit und ein Rad gegen den Uhrzeigersinn dreht. Jeweils von außen gesehen. Und wenn man jetzt das Radlager per Gewindestange am Rahmen befestigen möchte, dann täte man gut daran, dass beim rechten Rad mit einem rechtsdrehenden Gewinde und beim linken Rad mit einem linksdrehenden Gewinde zu tun. Sonst wird sich eines der Räder immer auf Dauer los drehen. Selbst wenn man die Schraube noch so fest knallt.  Auch mit einem Teleskop-Radmutterschlüssel kann man einfach nur eine gewisse Kraft auf so ein Gewinde ausüben. Sonst tritt Handwerkerregel Nr. 27 in Kraft, die da lautet: „Nach ganz fest kommt ganz ab.“

Ich wünschte nun, irgendwer hätte dem Hersteller meines Fahrradanhängers die Sache mit den Drehrichtungen erklärt. Ich ärgere mich gerade tierisch über mich selbst, weil ich wieder auf so ein Billigteil reingefallen bin. Jetzt kann ich das Ding wieder zurückschlörren. Ich hoffe doch, dass ein abfallendes Rad als Mangel akzeptiert wird, der eine Rückgabe rechtfertigt. Und dann fahre ich in den Fahrradladen meines Vertrauens und kaufe mir einen gescheiten Anhänger, auch wenn der dann mindestens doppelt so teuer ist.

… und auf einmal ist er nicht mehr da“, sagt Mattis der Räuberhauptmann in Ronja Räubertochter, als Glatzenpeer stirbt.

Schon seit geraumer Zeit spekulieren Astronomen, dass der Stern Beteigeuze (manchmal auch Betelgeuse geschrieben) im Sternbild des Orion kurz vor einer Supernova steht. Bzw., angesichts der Tatsache, dass er 630 Lichtjahre weit weg ist, dass das schon lange passiert ist.

Betiegeuze ist ein roter Riese. Er ist 1000 x größer als die Sonne. Wenn er in unserem Sonnensystem wohnen würde, würde seine Ausdehnung bis über die Marsumlaufbahn hinaus reichen. Dabei hat er aber nur ca. 20 x soviel Masse wie unsere Sonne. Auf jeden Fall ein ziemliches Monster. Und mit 630 Lichtjahren (die Entfernung ist wohl immer noch nicht so genau bekannt, ich habe Angaben zwischen 330 und 700 Lichtjahren gefunden, je nachdem, mit welcher Methode gemessen wurde, aber die 630 scheinen sich als aktueller Stand der Forschung zu etablieren) ist der astronomisch gesehen gleich um die Ecke. Das heißt, wenn der explodiert, dann werden wir das auf jeden Fall sehen. Ungefähr so hell wie der Mond dürfte die Supernova uns erscheinen, meinen Experten.

Die Supernova ist fällig, wahrscheinlich innerhalb der nächsten tausend bis zehntausend Jahre, meinen Astronomen. Das schließen sie aus der Tatsache, dass der Durchmesser des Sterns zwischen 1993 und 2003 um 15 % abgenommen hat. Dieser einsetzende Schrumpfungsprozess läutet das Ende seines Lebens als roter Riese ein. Als nächstes stehen danach Supernova und im Endstadium schwarzes Loch an. Nein, keine Angst, aufgesaugt werden wir nicht, dazu sind über 600 Lichtjahre dann doch ein bisschen weit weg.

Jetzt scheint sich wieder etwas zu tun am Beteigeuze (naja, jetzt sehen wir wieder was, getan hat sich das dann ja schon vor einer Weile … tückische Sache das mit der Lichtgeschwindigkeit). Gerüchten zufolge haben Astronomen am Mauna Kea Observatorium in Hawaii beobachtet, dass Beteigeuze nicht mehr rund ist, sondern sich zu einem Ellipsoid verformt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Supernova unmittelbar bevorsteht (was auch immer „unmittelbar“ jetzt für Astronomen heißt).

Das Erschreckende daran finde ich nicht, dass da in relativer Nähe ein wirklich großer Stern explodiert. Aber die Vorstellung eines Nachthimmels ohne rechte Schulter von Orion finde ich schon sehr sehr seltsam. Ich meine, hey, das ist einer der zehn hellsten Sterne an unserem Nachthimmel, in dem vielleicht bekanntesten und am leichtesten zu erkennenden Sternbild. Der darf doch nicht einfach ausgehen. Das reißt ein Loch in mein Weltbild, buchstäblich. Das wäre wie Köln ohne Dom … wie Star Wars ohne Darth Vader … wie Donauwellen ohne Kirschen. Das geht einfach nicht. Ich fordere eine Petition: „Beteigeuze darf nicht sterben“ Sowas darf man doch nicht zulassen.

Die ganze letzte Woche hatte ich einen unglaublichen Japp auf Käse. Außerdem hatte ich drei Tage lang Migräne. Nun stand Käse oder vielmehr das darin enthaltene Tyramin  ja lange im Verdacht, Migräne auszulösen, aber inzwischen ist man, glaube ich, dazu übergegangen, die Korrelation zwischen Käsegenuss und Migräneattacken anders zu erklären. Scheinbar werden im Vorfeld eines Migräneanfalls Botenstoffe ausgestoßen, die unter anderem ein Hugnergefühl auslösen. Und das passt. Ich hab fast ununterbrochen das Gefühl gehabt, etwas essen zu müssen. Warum es jetzt aber gerade Käse sein musste, keine Ahnung. Aber normalerweise gebe ich solchen Bedürfnissen ja nach, solange es halbwegs im sinnvollen Rahmen bleibt. Mein Körper wird schon wissen, was er gerade braucht.

Relativ unabhängig davon habe ich aber auch meinen ersten Käse selber gemacht. Hah! Triumph das Menschen über die Natur … oder so. In der Schoppe war nämlich relativ viel Milch übrig geblieben. Die gute in der Flasche, nicht homogenisiert und darum extra rahmig und lecker. „Übrig geblieben“ heißt, das MHD war abgelaufen und wir konnten die darum nicht mehr verkaufen. Nun ist aber auch Frischmilch in der Regel noch eine ganze Zeit nach Ablauf des MHD noch genießbar (meiner Erfahrung nach bis zu einer Woche bei der Milch in braunen Flaschen … in hellen Glasflaschen verdirbt die allerdings viel schneller). Ich habe also am Montag drei Liter Milch mit nach Hause genommen, bin aber erst am Dienstag abend dazu gekommen, sie weiter zu verarbeiten.

Eigentlich hat Milch von Natur aus schon die Tendenz, sich in etwas käseartiges zu verwandeln, wenn sie alt wird. Bei der Käseherstellung hilft man also nur etwas nach, damit das schneller und in der gewünschten Art und Weise abläuft. Aber im Endeffekt ist Käse vergammelte Milch … vergammelt durch Bakterien, die den Milchzucker in (Milch)säure und andere Stoffe zersetzt, die wir dann eben als aromatisch wahrnehmen. Klingt eklig, ist aber lecker. Was man also macht, ist, ein Klima herzustellen, in dem die erwünschten Bakterien sich besonders wohlfühlen. Man erhitzt die Milch auf ungefähr Körpertemperatur, für einige Kulturen auch etwas weniger, also irgendwas zwischen 30 und 37 Grad. Dann setzt man kleine Mengen einer Bakterienkultur zu. Das kann ein Löffel Dickmilch sein, etwas Buttermilch, oder eine gefriergetrocknete Käsekultur aus dem Spezialhandel. Ich habe letzteres genommen, hatte ich neulich mitbestellt, weil man das Lab, das man auf jeden Fall braucht, sowieso nur da bekommt und weil ich normalerweise weder Dick- noch Buttermilch im Haus habe. Ich bin übrigens überzeugt, dass man auf das Zusetzen der Kultur auch ganz verzichten kann, wenn man die Milch einfach länger im warmen Zustand stehen lässt. Milchsäurebakterien schwirren eigentlich in großen Mengen in unserer Luft rum und sind verantwortlich für so ziemlich alles, was schlecht wird.

Der Bakterienkultur lässt man dann etwas Zeit, um Fuß zu fassen. Ich habe etwa eine Stunde gewartet. Dann kommt der witzigste Teil. Man tropft etwas Lab in die Milch. Davon braucht man wirklich nur ganz ganz wenig, bei flüssigem Lab etwa 3-4 Tropfen pro Liter Milch. Es gibt auch Labtabletten, die sind angeblich etwas einfacher zu dosieren, aber ich habe flüssiges Lab gekauft (war einfach viel billiger). Lab ist ein Enzym aus dem Kälbermagen, es ist der Stoff, der dem Kalb, dessen Mägen ja darauf ausgerichtet sind, später vor allem Gras zu verwerten, ermöglicht, mit der Kuhmilch überhaupt etwas anzufangen. Andere Wiederkäuerjungtiere produzieren auch Lab, aber in der Regel wird für die Käseherstellung immer Kälberlab genommen, auch für Ziegen- oder Schafskäse. Ich habe nur einmal von einem Schafskäse gehört, der tatsächlich auch mit Schafslab hergestellt wird. In der modernen Käseherstellung kommt auch sogenanntes mikrobielles Lab zum Einsatz. Hier wird ein ähnliches Enzym von Schimmelpilzen hergestellt. Ich finde die Vorstellung wenig appetitlich. Auch einige Pflanzen wurden traditionell als Labersatz benutzt (daher kommt der Name „Labkraut“ für diese klebrigen klettigen grünen Pflanzen, die wirklich fast überall wachsen). Vielleicht probiere ich das irgendwann mal aus. In der Schoppe hatten wir mal einen Hartkäse, der mit Artischocken-Lab hergestellt war. Lab jedenfals hat die Wirkung, dass die Milch eindickt. Das wird eine gallertartige Masse, ungefähr mit der Konsistenz von Wackelpeter.   Dauert auch wieder etwa eine halbe bis eine Stunde.

Jetzt muss man sich so langsam entscheiden, was für einen Käse man haben will (eigentlich entscheidet man das schon bei der Auswahl der Kultur).  Für einen Frisch- oder Weichkäse schneidet man die Masse jetzt einfach mit einem Messer oder Tortenheber in Würfelchen. Dann beginnt sich die Molke vom Käsebruch zu trennen. Möchte man einen festeren Käse, wie einen Gouda oder in meinem Fall einen Feta Käse, dann sollte man diesem Prozess nachhelfen, indem man mit den Händen den Bruch rührt und ein bisschen knetet. Das ist ein sehr angenehmes Gefühl, weil dich Milch ja immer noch recht warm ist und der Käsebruch fühlt sich wunderbar weich und angenehm an. Dabei entstehen immer festere kleine Körnchen, ungefähr wie die, die man aus Hüttenkäse kennt. Dauert etwa 20 Minuten.

Bei meinem ersten Versuch ist die Milch nicht richtig fest geworden. Auch mit Rühren kriegte ich am Ende keine Körnchen, sondern mehr so Flocken (wie die, die man kriegt, wenn man alte Milch in heißen Kaffee schüttet). Ich habe die, weil ich die Milch nicht einfach wegschütten wollte, dann trotzdem abgeschöpft und in die Form gefüllt. Das war ziemlich mühsam, ich habe ein Sieb mit einem Baumwollnessel-Tuch ausgelegt und die Milch dadurch gefiltert. Die Gesamtmenge an Flocken war dann aber doch ausreichend, damit meine Käseform zu füllen. Wenn es so funktioniert, wie es soll, ist es viel einfacher, der Käsebruch lässt sich dann einfach direkt in die Käsefom (die eigenltich auch eine Art Sieb ist) einfüllen.

Für den Feta habe ich den Bruch in der Form über Nacht stehen lassen. Dabei hat sich das Volumen etwa um die Hälfte reduziert. Dann habe ich den Laib (denn jetzt war das Ding schon relativ fest und verdient diesen Namen) einmal gewendet und weitere zwölf Stunden stehen lassen. Dabei ist dann nochmal Molke ausgetreten, so dass nur noch ungefähr das untere Drittel der Käseform gefüllt war. Aus drei Litern Milch wurde etwa ein 0,2 Liter großes Käsestück. Der Käse war mir immer noch zu wabbelig, um ihn in die Salzlake zu legen, darum habe ich ihn auf ein Holzbrett gelegt und rundum mit Salz eingerieben. Dadruch wurde dem Käse noch mehr Molke entzogen und vor allem die äußere Schicht wurde schön fest, wie der erste Ansatz zu einer Käserinde. Danach habe ich ihn in Salzlake eingelegt … und da schwimmt er jetzt und muss mindestens eine Woche durchziehen. Mann, bin ich ungeduldig. Ich würde doch zumindest gerne schonmal ein winziges Stück probieren, um sagen zu können, ob das Experiment geglückt ist.

Gestern waren wieder zwei Liter Milch übrig, die habe ich zu Frischkäse verarbeitet. Das hat prima geklappt, der ist schon fertig. Ich habe den mit Salz, Pfeffer, Basilikum und Knoblauchrauke aus dem Garten angerührt, aber das hätte ich gar nicht gebraucht, nicht mal das Salz, soviel Eigengeschmack hat der Käse. Bei Frischkäse ist die Ausbeute auch etwas größer, weil man nicht ganz soviel Flüssigkeit verliert. Zwei Liter Milch haben ca. 400 ml Frischkäse ergeben.

Der Arbeitsaufwand für selbst gemachten Käse ist recht hoch. Vor allem dauert es lange, weil man ja zwischendurch immer wieder warten muss. Die Grundausstattung anzuschaffen (also Milchthermometer, Lab, Kultur evtl. Formen etc.) ist nicht ganz billig, man kann aber teilweise mogeln. So habe ich die Formen z.B. selbst gemacht, indem ich in so einen durchsichtigen Plastikbecher, die wir in der Schoppe zum Abfüllen von Oliven, getrockneten Tomaten etc. benutzen, mit einem heißen Nagel Löcher gebrannt habe, so dass eine Art Sieb entstanden ist. Das ging ganz gut und hat mir ca. 15 Euro gespart. Wer daran gewöhnt ist, Babynahrung zu erwärmen, kann wahrscheinlich auch auf das Thermometer verzichten, weil man dann die Körpertemperatur gut im Gefühl hat. Trotzdem steht der materielle und zeitliche Aufwand kaum im Verhältnis zu einem Produkt, was man im Supermarkt für erstaunlich wenig Geld erwerben kann. Ich mach das eigentlich nur, weil ich es einfach nicht ertragen kann, dass die Milch weg geschüttet wird. Und natürlich, weil es irgendwie cool ist, sagen zu können: Ich kann Käse.

Ich plane ja nun schon seit geraumer Zeit das Anlegen eines Gemüsegartens. Scheitert aber eben an dem belasteten Boden, an den überhöhten Preisen für Kaninchendraht und natürlich auch ein bisschen an meiner Faulheit. Und jetzt hat mein Mitbewohner Ulf mich gerade auf eine Idee gebracht, die mir ausgesprochen gut gefällt: Warum besorge ich nicht einfach ein paar alte Badewannen und bepflanze die. Billiger kann man ja kaum an übergroße Blumenkübel kommen. Mein erster Gedanke war „Staunässe“ und „Bodenbelüftung“, aber Badewannen haben ja praktischerweise einen Abfluss und wenn man da unten jetzt eine Dränageschicht aus grobem Kies und darüber Holzschnitt einbaut, dann sollte das doch eigentlich funktionieren. Und Kaninchen, Wühlmäuse und sogar Schnecken dürften sich zumindest etwas schwerer tun, an die Früchte meiner Arbeit zu kommen. Wenn man dann noch für eine vorteilhafte Mischkultur sorgt und ein paar Regenwürmer reinwirft, sollte das doch eigentlich ganz gut funktionieren.

Wo kriegt man denn alte Badewannen her? Emaille, am besten, sind mir sympathischer als Kunststoff. So richtig alte verzinkte Blechwannen sind wahrscheinlich schon wieder nicht so toll. Wenn ich Zink will, kann ich auch direkt in unserem Boden anbauen 😉 Ich hab gerade mal an Rümpelfix geschrieben, die machen auch Wohnunssanierungen, da könnte sowas mal anfallen. Vielleicht auch auf dem Recyclinghof?

Damit es nicht allzu häßlich aussieht, kann man dann ja andere Kübel drumherum stellen, oder vielleicht auch eine Holzverkleidung bauen oder irgendwas überhängendes an den Rand pflanzen (oder auch nicht … man muss den Schnecken ja jetzt keine Leitern bauen). Und dann kann ich die da platzieren, wo am meisten Sonne hinkommt. Oder auch nicht, für die Pflanzen, die es lieber schattig mögen. Und ich kann den Garten dann fast beliebig vergrößern, weil ich im Zweifel auch Wannen auf das Abbruchgrundstück hinter unserem Garten stellen kann. Die Idee gefällt mir immer besser.

Andy hat Tomke zum Geburtstag einen Hühnerstall geschenkt. Bis jetzt besteht der allerdings nur in seinem Kopf und in der Form einiger Bretter. Some assembly required, sozusagen. Platz für sieben Hühner und einen Hahn sollen er bieten … für jeden Hausbewohner ein Huhn und einen Zwerghahn für Jannik oder so.

Im Moment fällt allerdings ein deutlicher Schatten auf unsere Hausgemeinschaft. Die Stadt hat nämlich beschlossen, das Haus zum Verkauf auszuschreiben. Vorgestern war ein Gutachter von der Stadt da, der den Wert des Hauses schätzen soll. Wir haben als Bewohner eine Art Vorkaufsrecht, aber so sehr ich dieses Haus auch liebe, ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich, wenn auch nur anteilig, besitzen will. Der bröselnde Putz, die Risse in den Wänden, das Wasser im Keller, der versottete Kamin … alles keine wirklich guten Zeichen. Andererseits … 4000 qm Grundstück auf denen man so ziemlich tun und lassen kann was man will (außer was richtiges bauen), keine Nachbarn, die sich beschweren. Ich träume ja immer noch davon, mir irgendwann im Garten eine Jurte zu bauen. So was wie die hier. Die Fabrik  ist halt ein Platz, wo man wirklich sein darf, wie man ist. Jeder darf das, auch die Karnickel im Garten, der Igel unter der Terrasse, die Ameisen in der Küche und die Solitärbiene, die sich im Bad ihr Nest gebaut hat. Nur gegen die Mäuse haben wir Fallen aufgestellt, aber auch erst, als sie sich massiv in unserem Vorratsschrank breit gemacht haben.

Die Leute von der Stadt hatten einen alten Grundriss dabei. Da stimmte nichts mehr. Es gab offenbar mal ein zweites Treppenhaus und insgesamt vier voneinander getrennte Wohnungen. Außerdem einen Anbau mit Schwimmbad und Sauna. Von all dem ist nicht mehr viel übrig. Sogar die Haustür ist nicht mehr an derselben Stelle. Wenn man es weiß, kann man das an der Fassade sogar sehen, wir haben bloß nie drauf geachtet.

… gehört unter Linux-Usern ja irgendwie zum guten Ton 🙂

Ich habe gerade im ubuntuusers Forum gesehen, dass ich da seit April 2006 angemeldet bin. Ich bin jetzt also schon seit über vier Jahren bei den ubunten und ziemlich zufrieden da, obwohl die Tatsache, dass ich mich gerade im ubuntuusers Forum herumgetrieben habe richtigerweise vermuten lässt, dass bei mir auf dem Rechner was nicht so lief, wie es sollte.  Was nicht lief, waren die AddOns für Firefox. Die versagten mir nach dem Update auf Lucid jetzt plötzlich den Dienst. Lag aber wohl daran, dass mein Firefox-Profil, das ich immer von Windows und Linux gemeinsam genutzt habe, eben auf einem Windows-Dateisystem lag und da kriegen Linux-Anwendungen dann manchmal Stress mit den Userrechten. Hat Firefox bisher nie gestört, aber inzwischen gibt es da wohl irgendwelche Abfrage von Schreibrechten, die natürlich fehlschlagen, nicht etwa, weil man da nicht schreiben dürfte, sondern einfach, weil es die entsprechenden Flags gar nicht gibt und jetzt macht Firefox da dann vorsichtshalber gar nichts.

Hat genervt, hat mich jetzt auch wieder ungefähr eine Stunde gekostet, herauszufinden, warum das nicht funktioniert. (Die Soundprobleme von neulich waren ähnlich stumpf … da hatte sich eine alte kaputte Version des Flashplayers eingenistet, die ich bei dem Versuch, den FlexBuilder in der Alphaversion für Linux zu installieren, wohl mitinstalliert hatte. Und weil die Dateien von Adobe nie gescheit versioniert sind, also zumindest nicht in einer Art und Weise, die Linux als Dateieigenschaft erkennt und anzeigen kann, ist es quasi unmöglich für Firefox, auseinanderzuhalten, was jetzt die aktuell gewünschte Plugin-Version ist. Ich hab dann aus den Paketquellen den Flashplayer 10.4.2 installiert, mit dem hatte ich dann Sound … aber nur bis zum nächsten Neustart. Dann hat Firefox wieder die kaputte Version 9.0 geladen. Und das hat eine ganze Weile gedauert, bis ich die dann auch wirklich auf meiner Festplatte lokalisiert habe und ausmerzen konnte.

Aber all diese kleinen Iggeligkeiten unter ubuntu sind nichts, aber auch wirklich gar nichts, im Vergleich zu der Kernscheiße, mit der ich mich auf der Arbeit jetzt in Windows 7 rumschlagen darf. Kann mir mal jemand verraten, warum alle der Meinung sind, Microsoft hätte jetzt endlich mal ein gescheites Betriebssystem gebaut? Das ist doch eine Katastrophe. Also, zumindest, wenn man daran gewöhnt ist, mit Dateien zu arbeiten und die Dinger eben auch mal manuell irgendwohin kopieren will (und als Entwickler muss man das nunmal ab und zu). Da hab ich doch heute mühsam mit Gimp kleine Bildchen gepixelt. Und damit mein Navision AddIn die anzeigen kann, müssen die in einem bestimmten Unterverzeichnis des Navision Ordners liegen. Der befindet sich aber nunmal im „gemanagten“ ProgrammeX86″ Ordner (oder so ähnlich). Was tut Windows7 also mit meinen Bildchen, als ich versuche, sie zu speichern? Es versteckt sie. Und zwar 1. ohne mir Bescheid zu geben, dass die Bildchen nicht da abgespeichert werden, wo ich es erwartet habe und 2.   in der hinterletzten Hierarchieebene einer versteckten Systemverzeichnisstruktur. Ja, spinn ich denn? Selbst als ich wusste, wo sie jetzt eigentlich sind, hatte ich noch Mühe, die wieder zu bekommen. Vielleicht ist Gimp hier ein bisschen mit Schuld, weil es irgendeinen Rückgabewert nicht auswertet oder so, kann sein. Aber ich hätte zumindest gerne gesagt bekommen, dass ich gerade ein einen schreibgeschützten Ordner zu speichern versuche.

Und so geht mir das in Windows7 im Moment ständig. Der Dateimanager ist eine Katastrophe, vor lauter Links auf „Dokumente“, „Downloads“, „Musikbibliothek“ und anderen Schnickschnack (die ja eigentlich auch nur Ordner sind) und die man vor allen Dingen nicht ausblenden kann, findet man die normale Verzeichnisstruktur gar nicht mehr wieder. Ich will einen Norton Commander oder sowas!

Ich  meine, in ubuntu passiert es mir auch manchmal, dass ich eine Dateioperation so ohne weiteres nicht ausführen kann, weil ich mit meinem normalen Login da keine Rechte für habe, aber in dem Fall passiert dann wenigstens wirklich nix und ich kriege das mitgeteilt. Und dann versuche ich es per sudo nochmal (für Nicht-Linuxer: „sudo“ macht einen für kurze Zeit zum Superuser, wenn man das entsprechende Passwort weiß … für Windows7 Nutzer:  das ist so ähnlich wie wenn man auf den Knopf mit dem Wappenschild drückt … nur, dass man für den in der Regel kein Passwort braucht, wenn man die entsprechenden Rechte hat und der darum auch eigentlich überflüssig ist).

Aber Hauptsache, alles ist schön bunt und transparent und ist animiert. Irgendwo hatte ich doch diesen … ah ja …

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