Die Fabrik ist alt und die Heizung hat es bei den extremen Minusgraden der letzten Wochen nicht immer geschafft, mein Zimmer auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Vor allem beim Tippen und Maus bedienen hatte ich da immer superkalte Finger. Also habe ich beschlossen, das unmögliche zu wagen: Handschuhe stricken. Ich muss dazu sagen, dass ich in dem festen Glauben aufgewachsen bin, dass das Stricken von Fingerhandschuhen wirklich das schwierigste ist, was man sich handarbeitstechnisch so antun kann. Meine Mutter musste das nämlich früher im Handarbeitsunterricht an der Schule und hat mir immer Horrorgeschichten erzählt, wie schrecklich das war. Und meine Mutter war früher eigentlich total strickverrückt und ich habe sie immer dafür bewundert, während ich schon Probleme hatte, ein Paar Topflappen zuende zu bringen. Handschuhe zu stricken war für mich also völlig jenseits meiner Vorstellungskraft.

Allerdings habe ich in den letzten jahren stricktechnisch ganz gut aufgeholt und mehrere Paar Socken zustande gebracht. Außerdem habe ich gerade einen Pullover fertiggestellt. So war ich dann doch bereit, das Abenteuer Handschuhe einfach mal zu wagen. Wolle hatte ich auch noch, weil ich neulich bei Schlecker in einem Anfall von textilem Gestaltungswahnsinn gleich 18 Knäul gekauft habe. War gerade im Angebot. Also auf das Nadelspiel, fertig, los …

Was soll ich sagen?  No power in the ‚verse can stop me! I did the impossible and that’s what makes me mighty! Ey, boah ey, ich kann Fingerhandschuhe.

Sind sie nicht wunder-wunderschön? Ehrlich? Sag doch mal! Ich mag sie gar nicht wieder ausziehn.