Die Rauhnächte sind vorbei. Trotzdem ist es so kalt, dass die Wölfe den Fluss überqueren. Okay, es waren keine Wölfe, es war nur ein Fuchs. Und es war auch nicht wirklich ein Fluss, sondern nur der Bach neben unserem Garten. Trotzdem, ein Fuchs in unserem Garten ist schon etwas Besonderes. So ein Winterwetter ruft bei mir immer ambivalente Gefühle hervor. Einerseits finde ich es ganz scheußlich kalt draußen und ganz furchtbar unpraktisch, wenn ich mit dem Fahrrad irgendwohin will. Andererseits sieht Schnee immer wunderschön aus und ich liebe es, wenn die Autos nur noch ganz langsam fahren können, weil der Winterräumdienst nicht hinterher kommt. Dann ist alles so leise.  Insgesamt finde ich Winter aber von drinnen schöner als von draußen, fürchte ich.

Heute (also inzwischen schon gestern) hatte mein Mitwohni Andi Geburtstag und hat mit Freunden gefeiert. Ich kann nur immer wieder feststellen, wie scheißwohl ich mich in dieser WG fühle. Eigentlich, haben Andi und ich heute festgestellt, braucht man hier gar nicht mehr weg zu ziehen. Eigentlich können wir alle unsere Träume von Selbstversorgung und Nachhaltigkeit auch genau hier verwirklichen. Und wenn die Tage wieder länger werden und der Schnee taut, gibt es statt Träumen vielleicht auch endlich einen Hühnerstall und einen Gemüsegarten.