Ist nicht von Bill Gates gesagt worden, habe ich gerade gelesen. Wie auch immer. Mein erster Rechner hatte 64 kB Arbeitsspeicher, von denen 38911 bytes für Basic Programme nutzbar waren.  Die Rede ist natürlich von meinen Commodore 64. Den gibt es übrigens noch, der geht auch noch. Steht bei meinen Eltern und ab und zu überkommt mich die Nostalgie und ich schließe den an, wenn ich sie besuchen fahre. Am meisten beeindruckt mich dabei jedesmal, dass das Betriebssystem nicht wirklich booten muss. Man macht den Rechner an und das Ding ist da. Auch sonst konnte das Teil eine ganze Menge: farbige Graphik, Sound. Verglichen mit heute wirken die Spiele zwar ziemlich pixelig und klobig, aber ich glaube, dass es heute nur noch wenige Programmierer gibt, die sowas schreiben könnten. Da wurde mit Assembly oder sogar direkt in Maschinensprache auch das letzte Byte ausgenutzt und Sprites liebevoll Pixel für Pixel handcodiert.

Mein nächster Rechner war dann schon ein echter PC. Ein 286er, den mir mein Quasi-Cousin verkauft hat. Ich weiß nichtmal mehr, wieviel Arbeitsspeicher der hatte. Ich glaube, der hatte die klassischen 640 kB bzw. insgesamt 1 Mb und man konnte die meisten Dos-Programme nur in dem unteren Speicherbereich betreiben.  Wenn man größere Spiele zocken wollte, musste man Boot-Skripts schreiben, die wirklich nur die nötigsten Hardwaretreiber luden und konnte mit irgendeinem hiload Befehl dafür sorgen, dass der obere Speicherbereich zumindest ansatzweise mit nutzbar war. In der Zeit habe ich selber gar nicht programmiert und fand das alles unglaublich verwirrend und kompliziert.Der Rechner hatte eine 100 Mb Festplatte, was für damals ziemlich groß war. Das lag daran, dass die Firma Vobis die damals üblichen 20 und 40 Mb Festplatten in ganz Deutschland aufgekauft hatte. Die waren einfach nicht zu kriegen.

Der nächste Rechner war ein 486er, da lief dann schon Windows 3.1 drauf und man konnte X-Wing und Tie-Fighter drauf zocken. Und Doom2, aber dafür musste man immer noch den Boot-Disk Hack nutzen. Arbeitsspeicher sagenhafte 4 Mb, Festplatte 400 Mb (und die alte 100 Mb Platte nochmal eingebaut), ein großes und ein kleines Diskettenlaufwerk und … sagenhafte Neuerung, ein CD-Rom Laufwerk. In Anbetracht dessen, dass auf jede CD damals mehr Daten passten als auf meine gesamte Festplatte (und soviel wie auf 700 Disketten), eine echte Revolution.

Dann kam ein Riesensprung auf den Pentium II. Der hatte ursprünglich 64 Mb und ich habe den irgendwann auf 192 Mb nachgerüstet. Festplattengröße weiß ich nicht mehr. Nur noch ein kleines Diskettenlaufwerk. Der Rechner läuft heute noch, allerdings mehr schlecht als recht, bei meinem Vater. Der surft damit sogar im Internet. Allerdings mit Windows ME und einem uralten Internet Explorer, was mir alleine wegen der Sicherheitslücken den Angstschweiß aus den Poren treibt. Ich glaube, so langsam hat sich das Teil echt überlebt.

Mein jetziger Rechner ist auch schon ziemlich alt. Ich weiß nicht mehr, wann ich den gekauft habe. Ich habe auf jeden Fall noch in Havixbeck gewohnt, es ist also mindestens sechs Jahre her. Es war ein Aldi-PC und damals ein echtes High-End Teil. Ein Multimedia PC mit CD Brenner, DVD Laufwerk, eingebauter TV Karte, NVidia Grafikkarte mit DualScreen, sehr brauchbarem onboard-Sound, Multi-Kartenleser, Firewire und USB Anschlüssen. Die haben aber nie gescheit funktioniert und die USB-PCI Karte ist so ziemlich das einzige Stück Hardware, das ich nachrüsten musste. Betriebsystem war Windows XP Home Edition mit einem coolen eingebauten Auto-Backup und Recovery System, das mir tatsächlich einmal den Arsch gerettet hat. Auch unter Linux lief die Kiste von Anfang an anstandslos (lediglich NVidia hat eine Weile für gescheite Treiber gebraucht). Intel Pentium 4 mit 2.66 GHz oder so. Und durch ein spezielles Gehäuse ist das Ding wirklich flüsterleise. Lediglich der Arbeitsspeicher wurde mit 256 Mb jetzt etwas knapp.

Warum erzähle ich das alles? Heute ist mein 1 Gb DDR Riegel gekommen. Aufgeschraubt, eingebaut (das war ja einfach) und jetzt habe ich das Gefühl, an einem völlig neuen Rechner zu sitzen. Jetzt benimmt sich auch der karmische Koalabär so wie er soll und der Feuerfuchs, der Donnervogel und der Rest des bunten Linux-Zoos müssen sich nicht mehr ständig bei dem Specht anmelden, der ihre Daten in den virtuellen Speicher auf der Festplatte kloppt. Die ist 100 Gb groß, übrigens, aber da habe ich schon vor zwei Jahren oder so eine externe Platte angeschafft.

Soviel also zu Moore’s Law in meinem Leben.

Und falls noch jemand über Anschaffung von mehr Arbeitsspeicher nachdenkt: ich kann BEST Electronics, wo ich meinen Speicher bestellt habe, wirklich empfehlen. Eine Super-Hardwaredatenbank in der auch ältere Mainboards verzeichnet sind und die einem genau die passenden Speicherriegel anzeigt und sehr prompter Service (ich habe Donnerstag nachmittag bestellt und das Ding war heute morgen in der Post). Und sie hatten sogar eine kleine Tüte Gummibärchen dazu gepackt.