Zufällig habe ich gestern gleich zwei Folgen von zwei völlig verschiedenen Fernsehserien gesehen, die sich beide des gleichen, völlig überstrapazierten Erzählmittels bedienten: der Protagonist bekommt am Telefon mit, wie ein Freund/Partner angegriffen wird und dann reißt die Verbindung ab. Das eine war eine Folge von SOKO Köln, in der die Kommissarin einen Anruf von einem früheren Schulfreund bekommt und hört, wie er niedergeschlagen wird, das andere eine Folge von Akte X, in der Mulder nach langem Heckmeck endlich Scully an die Strippe bekommt, und sie dadurch merkt, dass sie gerade Besuch von einem bösen Mulder-Double hat. In den X-Files gibt es laufend Folgen mit verpassten Anrufen und Anrufbeantworter-Nachrichten, was eigentlich völlig hirnig ist, weil die beiden schon Handys besitzen. Man merkt da ganz gut, dass in den frühen Neunzigern Mobiltelephone noch eher ungewöhnlich waren und die Autoren die zwar als nettes technisches Gimmick ansahen, dramatisch aber noch nicht so richtig konsequent und logisch zu nutzen wussten.

Genaugenommen passiert mir das auch heute noch, dass ich auf die gleiche Sache reinfalle. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich selber zwar ein Handy besitze, es aber meistens sowieso nicht dabei habe oder gerade der Akku leer ist. Ich bin einfach keine Handy-Nutzerin. O2 schickt mir tapfer weiter jeden Monat eine Rechnung über 0.00 Euro. So kommt es durchaus vor, dass ich Geschichten schreibe, wo die Heldin völlig incommunicado irgendwo in der Zwickmühle sitzt und Katharina als treue Testleserin dann fragt „Ja, und warum ruft sie nicht einfach auf dem Handy die Polizei an?“ Ja, warum eigentlich nicht?

Egal, eigentlich wollte ich aber auf was anderes hinaus. Diese Sache mit der telefonisch belauschtem Gefahrensituation. Ich bin sicher, jedem von euch fallen gleich mehrere entsprechende Szenen aus Film und Fernsehen ein. (Ich freue mich, wenn ihr mir die in den Kommentaren aufzählt) Lässt sich ja auch prima umsetzen. Man kann entweder zwischen beiden Personen und Schauplätzen hin und her springen, so dass der Zuschauer weiß, was passiert, oder eben (wie in der oben genannten SOKO Folge) nicht. Auf jeden Fall erhöht es die Spannung und die emotionale Beteiligung. Aber ist schon irgendwie ein billiger Trick, oder? Und, wie gesagt, total überstrapaziert. Und durch die gestern erlebte Häufung fiel mir das noch einmal richtig auf. Ich mache mir also gerade eine gedankliche Notiz: „Vermeide Szenen, in denen der Protagonist am Telefon hört, wie ein Freund in Gefahr gerät“, als mir einfällt, dass ich ja genau solch eine Szene schon längst geschrieben und umgesetzt habe. Hat irgendwer hier mein Hörspiel noch nicht gehört? Peinlich an der Sache war mir jetzt weniger, dass ich diesen Trick selbst benutzt habe, sondern eher, dass ich mich gerade gedanklich so richtig schön darüber aufregte, wie billig das ist und dass mir erst danach einfiel, dass ich das getan habe.

But now for something completely different. Mein treuer Blog-Leser Matthias schrieb mir gestern, dass er neuerdings beim Abruf des rss-feeds zu diesem Blog eine Virenwarnung durch Avira Antivir erhält. Ist das sonst noch wem aufgefallen oder hat es ähnliche Probleme gegeben? Die Blog-Software ist nicht meine, sondern ich nutze einfach die von 1und1, so dass ich da nicht viel Einfluss drauf habe, aber ich würde dann gegebenenfalls entweder dem Support die Hölle heiß machen oder zu einem anderen Blog-Provider wechseln (die 1und1 Software hat sowieso ein paar Mankos, die leere Link-Sektion zum Beispiel ist nicht etwa leer, weil ich keine Links angelegt habe, sondern weil die einfach nicht angezeigt werden). Also? Rss-feed Abonennten?