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Die ersten beiden Kapitel meines zweiten GorTara Romans heißen „Zwielicht“ und „Blaulicht“. Ich fand das beim Schreiben einfach nett, außerdem passte es inhaltlich ganz gut. Jetzt habe ich eben beim Surfen auf LastFM gesehen, dass es ein Lied von Element of Crime gibt, das „Blaulicht und Zwielicht“ heißt. Und beim Anhören habe ich dann gemerkt, dass ich das sogar kenne, also zumindest irgendwan schonmal gehört habe. Vielleicht war da also bei Kapitelbenennung mein Unterbewusstsein im Spiel. Witzig. Irgendwie sind die GorTara Romane ausgesprochen musikalische Bücher, obwohl gar nicht so viel Musik drin vorkommt. Nicht von ungefähr heißen die beiden Antagonisten Sibelius und Bartok.

Eine kanadische Folk-Sängerin ist dieser Tage von zwei Kojoten getötet worden. Bitte? Ich meine, dass Kojoten wenig Scheu vor Menschen haben, ist mir aufgefallen, schließlich habe ich meine ersten Kojoten mitten in Vancouver gesehen, im Stanley Park nämlich, da laufen die so rum. Und letztes Jahr sind mir auch immer mal wieder welche begegnet, meistens, weil sie in der Dämmerung über die Straße laufen. Dass die Farmtiere reißen, ist klar, nicht von ungefähr stehen in Kanada oft Lamas oder andere Schutztiere mit auf der Weide. Aber dass Kojoten Menschen angreifen, noch dazu einen erwachsenen gesunden Menschen und das ohne Not, das finde ich ziemlich unglaublich. Den Cape Breton National Park, wo das passiert ist, kenne ich ja, da war ich letztes Jahr. Ehrlich gesagt stehe ich den kanadischen Nationalparks ziemlich skeptisch gegenüber. Meiner Erfahrung nach haben die meist mehr mit Tourismus als mit Naturschutz zu tun. Und darum sind die Tiere, die in diesen Nationalparks leben auch häufig etwas degeneriert. Das kommt dann immer mal wieder zu Unfällen, weil Leute meinen, den niedlichen Bären, der da in ihrem Beisein die Mülltonne durchwühlt, jetzt auch noch füttern oder streicheln zu müssen. Blöd. Trotzdem, Kojoten? Wäre die Frau stattdessen von einem Elch überrannt oder aufgespießt worden, hätte mich das nicht im geringsten gewundert. Hätte auch bestens zur Jahreszeit gepasst. Aber Kojoten?

Dienstag hatten wir Hausversammlung. Das machen wir manchmal, wenn es so wichtige Themen zu besprechen gibt wie: Sollten wir mal den Flur aufräumen? Brauchen wir eine neue Geschirrspülmaschine oder lässt die alte sich nochmal reparieren? Hat jemand Lust bei der Gartenarbeit zu helfen? etc. Das ganze ist außerdem meistens verbunden mit etwas zu essen (Dienstag gab es z.B. frisch gebackenen Apfelkuchen) und einer Menge Ouzo. Ich mag Hausversammlungen. Als wir eigentlich den offiziellen Part schon für beendet erklären wollten, kam Tomke noch mit einer Idee. Sie will Hühner halten, ob wir da was gegen hätten. Dagegen? Ich find’s toll. Ich wollte immer schon Hühner. Und jetzt wälze ich Bauanleitungen für Hühnerställe im Internet und lese alles, was ich über verschiedene Hühnerrassen finde.

Jetzt habe ich schon wieder tagelang nicht ins Blog geschrieben. Da geht sie hin, die schöne Regelmäßigkeit … Meine Entschuldigung ist, dass ich die ganze letzte Woche total erkältet war (und immer noch Ohrenschmerzen habe, übrigens), aber ziemlich viel gearbeitet habe. Dadurch war ich so kaputt, dass ich die restliche Zeit eigentlich nur noch irgendwelche Filmchen geguckt oder stumpf vor mich hingestarrt habe. Ich hatte also weder die Energie, was zu schreiben, noch hätte ich gewusst, was ich hätte schreiben sollen, weil ja an und für sich nix passiert ist.

Das einzige, was ich trotzdem noch auf die Reihe gekriegt habe, war eigentlich, mir immer was Gutes zu kochen. Kochen tue ich gerne. Es hat etwas total Befriedigendes, sich aus frischen Zutaten eine Mahlzeit zu basteln und ich werde nicht müde, da immer wieder neue Kombinationen auszuprobieren. Gestern zum Beispiel habe ich mir einen Gemüseeintopf aus einem Rest Linsen, einer 4tel Sellerieknolle, drei Kartoffeln, einer halben Stange Porre, etwas tiefgefrorenem Wirsing, einer Paprikaschote, einer Zwiebel und einer Knoblauchzehe gekocht. Gewürzt mit ein bisschen gekörnter Brühe und einem Teelöffel indischer Curry-Mischung. War super-lecker.

Jetzt fühle ich mich langsam etwas besser, und habe auch entsprechend wieder Lust, was zu tun. Zum einen will ich die letzten fünf Tage vor NaNo noch nutzen, um an der Zeitreisen-Akademie weiter zu basteln. Zum anderen muss ich endlich mal meine Zimmer und vor allem meine Fenster putzen.

Heute nachmittag muss ich einkaufen und in der Schoppe vorbei um meinen Dienstplan für diese Woche zu erfragen. Heute abend bin ich dann zum Vorsingen bei expected, einer Cover-Band aus Münster. Die suchen eine Sängerin und ich hatte mich da vor einiger Zeit auf eine nadann Anzeige gemeldet. Vorsingen ist natürlich heute ein bisschen doof, weil meine Stimme erkältungsbedingt noch Winterschlaf hält und ich auch überhaupt nichts einstudieren konnte, aber ich vertraue da jetzt einfach mal auf meine Spontanität. Ist ja kein Opernchor, wo ich mich da jetzt bewerbe.

Während ich gerade einer Internet-Radiosendung lauschte, in der ein Ausschnitt aus dem Buch The Ascent of Humanity von Charles Eisenstein gelesen wurde, gingen mir jede Menge Dinge durch den Kopf, die mir in diesem Moment total sinnvoll, logisch zusammenhängend und wichtig erschienen und an denen ich euch gerne teilhaben lassen würde. Das Problem ist, dass so freie Assoziation ein bisschen ist wie ein Hasch-Rausch. In dem Moment, in dem man es erlebt, wie gesagt, alles total sinnvoll zusammenhängend, aber wenn man später versucht, es gedanklich zu rekonstruieren, wird es schwerer nachzuvollziehen. Ich habe mir aber sogar ein paar Stichworte gemacht, und an denen versuche ich jetzt mal, mich entlang zu hangeln.

Also, als erstes fiel mir auf, dass es wirklich sauviele hervorragende Internet-Radio Streams gibt mit Aufzeichnungen von Interviews und Vorträgen von wirklich gebildeten und intelligenten Leuten, viele von ihnen Uni-Dozenten an den Top Universitäten der Welt. Und diese Programme, die oft bei irgendwelchen Kongressen und Fachkonferenzen aufgezeichnet werden, zu hören, ist fast, als hätte man die Möglichkeit, eine Vorlesung bei diesen Leuten zu besuchen. Das ist wirklich Brain-Food vom feinsten. Und dabei kann man bequem zu Hause vor dem Rechner sitzen und Spider Solitär spielen oder seine Wäsche bügeln oder so (mir fällt es immer etwas schwer, konzentriert zuzuhören, wenn ich nicht gleichzeitig meine Hände mit etwas beschäftigen kann … an der Uni hab ich in Vorlesungen immer gerne gestrickt, das wurde aber von einigen Dozenten nicht so gerne gesehen und von den Komilitonen auch eher belächelt). Zumindest der erste Teil der guten alten Forderung „bildet euch, bildet andere, bildet Banden“  war noch nie so einfach zu erfüllen wie heute zu Zeiten des Internets.

In dem Kapitel aus dem Buch, das in der Radiosendung gelesen wurde, ging es genau um den Aspekt, auf dem ich neulich schon in meinem Eintrag „Just so Stories“ herumgeritten bin, um die Macht von Sprache und Geschichten nämlich. Und das ist ja immer schön, wenn man seine eigenen Gedanken, oder solche, die man aus unspezifischen Quellen gesammelt und sich zu eigen gemacht hat, dann irgendwo in ähnlicher Form geordnet aufgeschrieben wieder findet. Wer weniger ein Freund des Hörens ist, findet auf der Webseite des Autors übrigens auch den vollen Buchtext online.

Über den eigentlichen Inhalt des Textes hinaus, gingen mir zeitgleich dann aber noch jede Menge andere Gedanen durch den Kopf (hey, ich bin ja gescheinigt hochintelligent und entsprechend multi-taskingfähig bei sowas). Einer der Hauptgründe, dass mir dieses Konzept von der „Storyteller Consciousness“ wie Eisenberg das bezeichnet, so gut gefällt, ist wahrscheinlich, dass die Ideen von der Funktion und Macht, die Sprache hat, in meinen Ausflügen an der Uni in die allgemeine Sprachwissenschaft schon aufgetaucht sind. Einem Studienfach, in dem ich ja laut gewähltem Studiengang und Studienordnung nicht das geringste verloren hatte. Aber ich habe ja weniger auf einen bestimmten Abschluss hin studiert (auch wenn das natürlich massive Rechtfertigungsproblematik mit sich zog), sondern eben das, was mich am meisten interessiert hat. Und obwohl ich viele Jahre an der Uni verbracht habe, ohne irgendeine offizielle Bescheinigung oder Qualifikation vorweisen zu können, sehe ich kein Semester und keine besuchte Veranstaltung als vertrödelte oder verlorene Zeit an. Im Gegensatz zu dem Eindruck, der bei meinen Eltern und Studienberatern entstand, war ich nämlich keine faule Studentin, sondern sogar eine recht fleißige. Nur halt nicht besonders zielorientiert, wenn man als einzig mögliches Ziel eben einen Uni-Abschluss definiert.

Und wenn ich mir angucke, welche Autoren und Vordenker mich besonders beeindrucken, dann sind das meistens Leute, die eben auch nicht auf ein Fachgebiet oder eine Wissenschaft festgelegt sind, sondern immer Leute, die über den Tellerand gucken und Zusammenhänge zwischen Themen herstellen, wo der konventionelle Teilnehmer am Wissenschaftsbetrieb gar nicht hinguckt. Deshalb sehe ich es als so problematisch an, dass im Rahmen  des Bologna-Prozesses die Studiengänge noch weiter gleichgeschaltet und vereinheitlicht werden und immer weniger Platz für individuelle Interessen der einzelnen Studierenden lassen. Wenn ich bedenke, wie sehr ich mich schon durch die Vorgaben in meiner Studienordnung eingezwängt gefühlt habe, und dabei gab es zum Beispiel in Geschichte noch die tolle Regelung, dass ein bestimmter Prozentsatz der Belegstunden aus beliebigen anderen Fächern stammen durfte. Eben weil den Historikern doch tatsächlich bewusst war, dass man Geschichte nur verstehen kann, wenn man Zusammenhänge aufspürt und begreift. Hab ich damals gar nicht so richtig zu schätzen gewusst, wird mir erst jetzt klar, wie wichtig das war.

Das bringt mich jetzt wieder zur Zeitreisen-Akademie, an der es nämlich das Unterrichtsfach Holistik gibt und es ist kein Zufall, dass der Dozent für Holistik gerne auf eben solchen Zusammenhängen gerne herumreitet. Überhaupt wird die Zeitreisen-Akademie für mich immer mehr eine Geschichte über den Wissenschaftsbetrieb, Lobbyismus und Elfenbeinturm-Denken und das ist gut, denn das macht es mir möglich, dem Ganzen etwas mehr Tiefe zu geben und die reine Action-Geschichte, die bisher existiert, mit ein bisschen mehr Substanz zu unterfüttern, gerade auch was die Gesamtserie angeht.

Also, das waren jetzt ziemlich viele Aspekte auf einmal … die Emfehlung, sich das Buch von Eisenberg mal anzugucken, ein Rant über den Niedergang der Freiheit in der universitären Bildung, eine Kletterermutigung für Tellerränder und neuer Aufwind für die Zeitreisen-Akademie. Internet-Radio ist toll.

Nobelpreis ist so ein bisschen wie olympische Spiele … viel Propaganda und Publicity um etwas, was im Endeffekt nicht wichtig ist. Trotzdem: Barrack Obama kriegt den Friedensnobelpreis? Wie bitte? Wer hat denn den auch nur nominiert? Ich meine, okay, wir sind alle froh, George W endlich los zu sein, aber ein Friedensnobelpreis für den Präsident der Vereinigten Staaten, irgendeinen Präsident der Vereinigten Staaten, dem Land mit dem bei Weitem größten Waffenarsenal und ohne die geringste Absicht, an dem Zustand was zu ändern, ist ja wohl ein totaler Hohn. Noch dazu etwas verfrüht, vielleicht sollte man den Typ, der ja vor dem Präsidentschaftswahlkampf noch nicht groß international in Erscheinung getreten ist, erst mal eine Legislaturperiode lang regieren lassen, bevor man ihn mit Würden überschüttet?

Die katholische Kirche, eine Institution, die ich selten für ihre Vernunft lobe, ist schlau genug, ihre Kanidaten erst nach deren Ableben selig zu sprechen. Und mit Heiligsprechungen warten die sogar noch länger, um sicherzugehen, dass da keine Dinge mehr ans Licht kommen, die nicht so gut ins Bild passen. Keine ganz dumme Taktik. Spart auch die teuren Preisgelder. Sollte sich das Nobelpreis-Kommitee vielleicht eine Scheibe von abschneiden. Barack Obama … also wirklich. Wer wird der nächste? Arnold Schwarzenegger?

Seit ein paar Tagen gucke ich (erwähnte ich das nicht neulich schon?) wieder „Buffy the Vampire Slayer“, trotz des trashigen Titels eine der coolsten TV Serien aller Zeiten. Ich genieße das total, wie immer, wenn ich nach langer Zeit ein Buch nochmal lese oder eben einen Film bzw. eine TV-Serie nochmal gucke. Bei Serien (egal ob Buch-, Film- oder TV-Serien) ist das Gefühl am stärksten. So ein „nach Hause komm“-Gefühl, als wenn man alte Bekannte wiedertrifft, die man lange nicht gesehen hat und die sich überhaupt nicht verändert haben. Bei den Harry Potter Büchern geht mir das so (gibt es etwas schöneres, als nach Hogwarts zurück zu kommen?), beim Herrn der Ringe natürlich, bei Buffy, Angel und Firefly, vielleicht noch bei Farscape. Bei den alten Star Wars Filmen auch.

Eintopf gekocht habe ich, arbeiten war ich auch.

ToDo für morgen:

  • bei schönem Wetter: Gartenarbeit
  • Zimmer putzen (Staubsaugen, Staubwischen)
  • Zeitreisen-Akademie Szenenanalyse

Ich glaube, ich habe mir eine Mittelohrentzündung eingefangen oder sowas. Jedenfalls tut mein rechtes Ohr weh und das nervt. Und auch sonst fühle ich mich ein bisschen krank, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich meine Tage habe.

Morgen bin ich zum ersten Mal für ein paar Stunden alleine in der Schoppe. Sollte aber funktionieren. Außerdem heißt das, dass ich zum ersten Mal auch bezahlt werde und das ist ja eigentlich was Positives.

Arbeiten war ich heute, aber zum Basteln an der Zeitreisen-Akademie habe ich mich ohrenschmerzbedingt nicht aufrappeln können.

ToDo für morgen:

  • vormittags Hülsenfrüchte-Eintopf kochen
  • Schoppe von 12 bis 19.30 Uhr

Ich habe die Ergebnisse der Bodenanalyse abgeholt (check). Die Grenzwerte laut Klärschlammverordnung für Blei und Zink sind leicht überschritten. Ich denke eigentlich, dass das nicht durch den Schrottplatz kommt, der hier eine Weile war, sondern noch auf die ursprüngliche Fabrik zurückgeht, die ja unter anderem Metallgefäße verzinkt hat. Wahrscheinlich haben die ihre Abwässer einfach in den Boden sickern lassen, damals war man mit solchen Sachen ja noch ziemlich schmerzfrei.

Jedenfalls stellt sich jetzt die Frage, wie ich damit umgehe. Im Moment denke ich, dass ich die obere Bodenschicht abtrage (ich komme ja wegen der darunter liegenden Schutt-Schicht sowieso nur ca. 10 cm tief in den Boden rein) und zur Seite räume. Da kann man dann ein Blumenbeet drauf anlegen, vielleicht sogar etwas, was dem Nutzgarten indirekt nützt, z.B. indem man nützliche Insekten anzieht oder vielleicht auch indem man Leckerbissen für Schädlinge anpflanzt in der Hoffnung, dass die dann lieber da speisen als im Gemüsegarten. Für die eigentliche Nutzgartenfläche werde ich dann neuen Mutterboden aufschütten. Den gibt es günstig bei der Stadt bzw. ab und zu auch mal irgendwo geschenkt, wenn man ihn selbst abholt. Ich hoffe, dass Uffe mir da mit seinem Anhänger aushilft. Und dann muss da neue Biomasse rein, so gekaufter Mutterboden ist meist recht tot.

Jetzt ist die Frage, ob ich den Kompost aus unserem Garten nehmen kann. Das ist hauptsächlich Rasenschnitt, Brennnesseln, Laub und Strauchschnitt, aber eben alles von der belasteten Fläche. Im Prinzip müsste man den Kompost jetzt also auch nochmal auf Zink und Blei untersuchen. Alternativ könnte ich auch, vorrausgesetzt, ich kriege die Beete noch vor dem Winter fertig, bei einem der umliegenden Bauern Stallmist besorgen und einarbeiten. Der muss nur eine Weile ruhen, bevor man dann auf der Fläche was anbaut (vor allen Dingen bei Nitrat-Sammlern wie Spinat und so).

Am meisten graut es mir vor dem Zaun bauen. Aber da komme ich nicht drum herum, wenn ich meine Ernte nicht vollständig an Kaninchen und Rehe abtreten will. Das ist der Nachteil, wenn man auf dem Land wohnt: Nahrungskonkurrenten. Auf jeden Fall steckt in der Aktion Nutzgarten noch eine Menge arbeit, bevor überhaupt das erste Samenkorn in die Erde kommt. Aber inzwischen wohnen ja noch ein paar gartenbegeisterte mehr hier, da hoffe ich, dass ich Hilfe bekomme.

Heute war ich schneller als das Eichhörnchen und konnte sechs Nüsse für mich gewinnen. Und Gundy, Norberts Nichte, die zu Besuch war, hat scheinbar auch eine Menge einsammeln können.

Brot gebacken hab ich, Rainer angerufen hab ich auch. Der Koffer liegt immer noch unausgepackt in meinem Schlafzimmer, vielleicht mache ich das gleich noch.

Ich habe angefangen, wieder Buffy zu gucken und bin jetzt fast am Ende der zweiten Staffel. In irgendeinem Audio-Kommentar sagt Joss Whedon, dass Buffy eine feministische Serie sei. Das hat mir etwas wieder in Erinnerung gerufen, worüber ich mich in letzter Zeit häufiger gewundert habe: männliche Feministen. Das ist auch wieder so ein nordamerikanisches Phänomen, glaub ich. Oder vielleicht hat sich das in Deutschland einfach inzwischen überlebt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, gab es sowas ja hier auch, sonst hätte Reinhard Mey mit „Annabel“ nicht so einen Nerv getroffen. Aber heute würde sich wohl kaum ein deutscher Mann als Feminist bezeichnen (mein Gott, ich bin ja froh, wenn sich wenigstens die eine oder andere deutsche Frau als Feministin bezeichnet, ist ja inzwischen fast sowas wie ein Schimpfwort geworden). In der amerikanischen Linken scheint das jedoch üblich(er) zu sein. Joss Whedon sieht sich als Feminist, ebenso wie der Macher von Radio Ecoshock und der Autor Derrick Jensen.

Ich erinnere mich, dass ich in den USA damals in der Highschool mal so ein Mini-Essay schreiben musste zu der Frage: „Is America ready for a black president? Is it ready for a female president?“ Ich bin damals zu dem Schluss gekommen, dass ich mir durchaus eine weibliche Präsidentin vorstellen könnte, aber nach meinen Erfahrungen in Kentucky keinen schwarzen Präsidenten. (Immerhin war das damals die Zeit von Maggie Thatcher und die hätte ich mir durchaus auch im weißen Haus vorstellen können … vielleicht in einer etwas peppigeren, attraktiveren Ausgabe). Wie man sieht, hat die Geschichte mich inzwischen eines besseren belehrt. Die USA haben sich für den Schwarzen entschieden und Hilary Clinton hatte das Nachsehen.

Egal. Bei männlichen Feministen jedenfalls weiß ich nie so recht, ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht. Also, grundsätzlich ist es ja schön, wenn sich jemand für die Rechte von Frauen stark macht, egal, ob der/diejenige selbst Frau oder Mann ist. Ich setz mich ja auch für Robbenbabys ein, obwohl ich selbst keins bin. Aber genau da liegt, glaub ich, der Knackpunkt. Robbenbabys sind klein, schwach und niedlich und können sich nicht wehren und darum muss ihnen geholfen werden. Wenn jetzt ein Mann für meine Rechte als Frau kämpft, dann stellt mich das irgendwie auf eine Stufe mit den Robbenbabys: klein, schwach, niedlich und nicht in der Lage, sich selbst zu wehren. Ein Opfer. Ich bin aber kein Opfer.

Ich bin sicher, dass die Feministen das nicht so meinen. Aber das ist der Prozess, der da gefühlsmäßig bei mir passiert, glaub ich. Und das kollidiert dann wieder mit meinem eigenen Weltbild, in dem Männer eigentlich ziemilch arm dran sind (sorry, Jungs) und vielleicht nicht so sehr um ihre Rechte aber doch zumindest um ihre Rolle und Identität kämpfen müssen. Weil sie eben (aber kann sein, dass das wirklich nur hierzulande so ist und eben ein Überbleibsel der Annabel-Phase) den Spagat zwischen Macho und Softie, zwischen Beschützer und Sensibelchen schaffen müssen. Weil Frauen sich jede Menge „männliche“ Räume erobert haben, aber Männer, die sich in typischen „Frauenräumen“ bewegen (Pflegeberufe, Haushalt, Strickkurs oder rhytmische Sportgymnastik z.B.) immer noch als irgendwie skuril gelten. Nicht besonders fair. Deswegen denke ich oft „die armen Männer“ und bin dann total erstaunt, wenn ein Mann daherkommt, der sagt „die armen Frauen“.

Ist aber nicht wichtig, fiel mir nur auf.

ToDo für morgen:

  • morgens arbeiten in der Schoppe
  • Szenenanalyse Zeitreisen-Akademie

Bald ist es wieder soweit … NaNoWriMo … einen Monat lang die Welt vergessen und in jeder freien Minute schreiben, um am Ende mit der Tatsache belohnt zu werden, dass man wirklich in nur 30 Tagen einen Roman in die Tastatur hauen kann. Die Webseite ist überarbeitet, man kann sich also für dieses Jahr anmelden, auch wenn noch keine motivierende Mail von Chris Baty kam. Der sieht übrigens ganz anders aus als ich ihn mir vorgestellt hatte, auf der Webseite gibt es ein kleines Video. Ich weiß … ihr müsst Hausarbeiten schreiben, Häusle bauen, die Kinder hüten, Überstunden machen, die Katze streicheln und andere wichtige Dinge mehr. Ist mir egal, trotzdem anmelden.

Meine Erfolge des Tages … Schoppe, check … Sauerteig, check … Walnüsse, keine da (aber das Eichhörnchen) … Zeitreisen-Akademie … öh … na ja, der Tag ist ja noch nicht vorbei

ToDo für morgen:

  • Bodenanalyse in der Nordapotheke abholen
  • Brot backen
  • Koffer vom Wochenende auspacken … *schulterzuck* … so bin ich eben, gab wichtigeres
  • Rainer anrufen wegen Band

So, jetzt bin ich wieder da. Kurze Zusammenfassung der Ereignisse: den Job hab ich gekriegt, d.h., ich arbeite demnächst in der Schoppe, einem kleinen, idealistischen Bioladen auf dem Bauernhof (aber eben keinem typischen Hofladen). Heute hatte ich meinen ersten Tag, allerdings hospitiere ich im Moment nur und werde noch nicht bezahlt, das kommt erst, wenn ich soweit bin, dass ich den Laden alleine schmeißen kann.

Das erste, was mir ins Auge fiel, waren übrigens Blätter mit „Atomkraft nein danke“-Aufklebern zum Mitnehmen. Natürlich musste ich da zugreifen und verteile die jetzt fröhlich in meiner näheren Umwelt: auf meiner Zimmertür, auf meinem Fahrrad, als Button auf meiner Jacke etc. Denn erstens sind die Dinger (Westerwelle sei dank) so aktuell wie eh und jeh und zweitens wecken sie bei mir wie wahrscheinlich bei vielen anderen Alt-Ökos und Kindern der 80er wehmütige Erinnerungen.

Das Wochenende in der Proitzer Mühle war wie erwartet großartig. Ich habe einige alte Bekannte wieder getroffen und viele neue kennengelernt. Außerdem ein paar neue Impulse fürs Gitarre-Spielen bekommen, ein paar neue Lieder gelernt und ein wenig ins traditionelle irische Steppen reingeschnuppert.

Das Schreiben ist dadurch in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen. Morgen wieder.

ToDo für morgen:

  • Hospitieren in der Schoppe (8 bis 15 Uhr)
  • Sauerteig ansetzen
  • Walnüsse sammeln (falls die Eichhörnchen mir welche übrig gelassen haben)
  • Szenenanalyse Zeitreisen-Akademie
Oktober 2009
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