Heute mal auf Deutsch, weil ich keine Lust habe, mir auf Englisch das Hirn zu verbiegen. In den letzte Tagen komme ich aus dem Abschiednehmen gar nicht mehr heraus. Langsam kommt es mir fast schon albern vor. Hey, sind doch nur viereinhalb Monate … das ist gar nicht so lang. Aber ich freue mich natürlich über all die guten Wünsche und die liebevoll ausgesuchten kleinen Abschiedsgeschenke. Da haben sich ein paar Leute wirklich Gedanken gemacht und es geschafft, Dinge zu finden, die mir wirklich noch fehlten (auch wenn ich das vielleicht gar nicht wusste), die klein genug sind, um in meinen Rucksack zu passen und die darüber hinaus noch mit einer persönlichen Note ausgestattet wurden. Ein 2GByte USB-Stick von den Kollegen z.B., mit etlichen Abschiedsfotos, Grüßen und ähnlichem drauf. Danke, ich bin echt gerührt. Ein handgeschmiedetes Messer … woher wusste Tom eigentlich, dass ich noch kein brauchbares hatte? Ein Lilliput Wörterbuch Französisch. Das wird nützlich sein. Aussprechen kann ich die komische Sprache zwar nicht, aber ich kann ja jetzt auf die mikroskopisch klein gedruckten Wörter deuten und fragend mit den Schultern zucken. Das sollte funktionieren. Ich habe noch viel mehr geschenkt bekommen, es würde zu weit führen, das hier alles aufzuführen. Ich habe mich jedenfalls über alles wahnsinnig gefreut. Danke euch.

Heute kommen noch meine Eltern vorbei und heute abend hat Sören mich zu einer Wanderung mit anschließendem Stockbrotbacken eingeladen. Was für eine passende Verabschiedung für diese Tour. Ich freu mich schon total drauf.

Ansonsten träume ich im Moment jede Nacht von Dingen, die noch dazwischenkommen können oder von schrecklichen Dingen, die mir in Kanada begegnen. Neulich habe ich z.B. geträumt, ich wäre unterwegs nach Frankfurt (mit dem Auto … hätte ich eigentlich merken können, dass das ein Traum war) und kurz vor Erreichen des Flughafens (und natürlich kurz vor Abflug) fiel mir ein, dass ich Ticket und Reisepass in Münster vergessen hatte. GAAAAAHHHHHH!!! Ich bin vielleicht schweißgebadet wachgeworden. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht Übung darin, meine Flieger zu verpassen. Santorin, sag ich nur, das ich ja damals nur schwimmend (also auf Schiffchen natürlich) erreichen konnte. Letzte Nacht hatte ich dann einen Traum wo ich auf einer Farm, wo ich gerade als WWOOFerin angekommen war, nachts mit dem Hund spazieren gehen sollte. Stockdunkel, ich kannte mich überhaupt nicht aus, und diese blöde Töle musste außerdem dringend jedes Schlammloch und jeden Sumpf unterwegs aufsuchen. Die Farmer waren wenig erbaut, fanden mich total unfähig und wollten mich gleich wieder wegschicken.

Was? Nein, ich bin überhaupt nicht nervös wegen meiner Kanadatour. Wird bestimmt ganz toll. Echt.