Gah! Sinnloser rant, lokalpatriotischer Bezug, deshalb in diesmal in deutscher
Sprache (und weil ich auf deutsch immer noch besser Dampf ablassen kann).
Da plane ich einen ökologisch korrekten anit-globalistischen Wanderurlaub im
heimischen Sauerland, die 200 km Bahnanreise wird das Weltklima und mein
ökologisches Gewissen mir verzeihen, denke ich.
Rothaarsteig … der Name schlägt einem ja unwiderruflich aus jedem Wanderforum
entgegen, wenn man sich nach Tourenvorschlägen für Wanderurlaube erkundigt. Also
gucke ich auf die entsprechende Webseite. Sieht ja auch alles sehr hübsch aus, so
mit Erlebnisstationen, beschilderten Zuwegen von den umliegenden Bahnhöfen,
dekorativen Holzhängebrücken und so. Die Landschaftsbilder sind auch toll. Aber
warum wird mir da an jeder Ecke ein Tatonka-Rucksack und Falke-Wandersocken
aufgedrängt? Ich hab schon einen Rucksack, danke schön.

Und dann die Krönung:
„Und nach den Anstrengungen einer langen Tagesetappe genießen Sie die Entspannung
in einer der zahlreichen zertifizierten Rothaarsteig-Gasthäuser bei einem frischen
Veltins.“ Ja, ich glaub, ich kotz. Nicht wegen des Veltins, das mag ich sogar. Aber
gibt es denn nirgendwo auf der Welt mehr einen sponsorenfreien Winkel? Ich meine,
das schreiben die doch nicht auf die Webseite, weil die so gerne Veltins trinken.
Das ist das, was früher mal Schleichwerbung hieß und verboten war. Heute heißt das
chic „product placement“ und ist allgegenwärtig. Sogar, wenn du eigentlich glaubst,
du stehst im Wald.

Irgendwie nimmt mir das die Lust auf den Rothaarsteig. Ich meine, ich sehe ja ein,
dass die hübsch geschwungenen Picknickplatzdächer und die Designer-Waldsofas auch
bezahlt werden müssen, aber ich wollte eigentlich mit dieser Tour ja gerade mal
raus aus unserer beschissenen Konsumgesellschaft.

Bei den anderen Fernwanderwegen sieht es ähnlich aus. Selbst der Hermannsweg,
eigentlich ein Relikt aus Wandervogel-Tagen, schmückt sich inzwischen inzwischen
als Teil der „Hermannshöhen“ mit einem eingetragenen Warenzeichen Symbol. Wißt Ihr
was? Vergesst es. Ich kaufe mir einfach eine Wanderkarte (ja, ich werde wieder
fluchen und nach Ordance Survey schreien … deutsche Wanderkarten sind und bleiben
Müll und führen in die Irre) und such mir meinen eigenen Weg.

Im Moment plane ich übrigens, zum Training und weil mich das schon länger lockt,
eine Wanderung rund um Münster in vier Tagesetappen. Dabei will ich so grob (okay,
sehr grob) der Stadtgrenze folgen und die schönsten Naturschutzgebiete und
Landschaften mitnehmen. Zur Zeit sieht meine Planung etwas so aus:
1. Tag: Fabrik – Vorbergshügel – Hägerfeld – Sprakel – Rieselfelder – Dorbaum –
Hornheide – Waldfriedhof Lauheide
2. Tag: Waldfriedhof Lauheide – Werse – Pleistermühle – Stapelskotten – Angelmodde
– Hohe Ward – Hiltruper See
3. Tag: Hiltruper See – Staatsforst Münster – Davert – Venner Moor – Albachten
4. Tag: Albachten – Brock – Königsforst – Brockbüsche – Haus Hülshoff – Schonebeck
– Haus Rüschhaus – Fabrik

Jede dieser Etappen ist etwa 25 km lang, die letzte eventuell etwas kürzer. Das
ganze in vier aufeinanderfolgenden Tagen abzulaufen, ist also durchaus schon ein
ehrgeiziges Projekt und ein regelrechter Mini-Wanderurlaub. Von allen
Etappenendpunkten gibt es gute Busverbindungen in die Innenstadt, so dass ich zum
Übernachten bequem nach Hause fahren kann und am nächsten Tag mit dem Bus dann
wieder dahin, wo ich am Vortag die Tour verlassen hab.

Na? Hat jemand Lust bekommen, mitzuwandern? Einen genauen Termin habe ich noch
nicht, ich werde auch nur bei halbwegs anständigem Wetter losgehen, wahrscheinlich
an einem der ersten beiden Märzwochenenden.
Ansonsten bin ich auch für weitere Tageswanderungen gerne zu haben, die Emsauen
sind z.B. jetzt streckenbedingt aus meiner Planung gefallen, möchte ich aber auch
dringend mal hin, ähnliches gilt für Wolbeck Tiergarten. Außerdem könnte man gut
über den Vorbergshügel und den Altenberger Höhenrücken nach Altenberge laufen (ca.
16 km) und von da einen Bus zurück nehmen.