Der Leitartikel auf der Süddeutschen online ist heute “Fehlende Telefondaten erschweren Ermittlungen“. Merkt jemand, was da passiert? Der Autor des Artikel tut so, als hätten Staatsanwaltschaft und Polizei ein moralisches Recht auf Verbindungsdaten und es wäre quasi eine Unverschämtheit von den Providern, die Nutzerdaten nach kurzer Zeit zu löschen.
Da wird wieder einmal ein Verbrechen, dass eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit hat und natürlich berechtigterweise bei einer Mehrheit der Bevölkerung große Empörung auslöst, zum Anlass genommen, nach mehr Überwachung zu schreien. Das ist der gleiche Mechanismus wie der, wo wegen Kinderpornographie nach mehr Überwachungsmöglichkeiten im Internet geschrien wird, diese Überwachungsmöglichkeiten dann aber hauptsächlich zum Einsatz kommen, um Musikpiraten aufzuspüren, oder wenn die Vereinigten Staaten um böse Terroristen fernzuhalten “no fly lists” und “terrorist watch lists” verfassen, die aber größtenteils keine Terroristen, sondern politisch unbeliebte Leute enthalten.
Naomi Klein’s “Shock Doctrine” in Reinkultur.


1 Kommentar
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26/11/2011 um 11:22
Oliver
Ja, jipppia yeahhhh… Genau so geht das. Man muss es nur entsprechend verpacken und schon wird es gekauft!
Ursprünglich war das Speichern der Verbindungsdaten wohl mal dazu gedacht, damit der Telefonanbieter seine erbrachten Leistungen nachweisen kann. Aber genau wie man mit einem Messer Tomaten schneiden oder jemanden umbringen kann, kann man auch…