Also, ich will mich hier wirklich nicht am religiösen Streit beteiligen, welches Betriebssystem das beste/schönste/schnellste ist. Ich muss auch zugeben, dass ich weder einen iPod, ein iPhone noch ein iPad oder irgendein anderes Gerät aus dem Hause Apple besitze. Ich will nicht abstreiten, dass die Geräte gut sind. Aber soooo weltbewegend innovativ wie immer gesagt wird, sind sie auch nicht. Auch vor dem iPhone gab es schon Smartphones, auch vor dem iPad gab es schon Tablet PCs, auch vor dem iPod gab es schon mp3 Player. Wie schafft Apple es also immer wieder, in die absolute Pool-Position in den Massenmedien zu kommen? Die Markteinführung des iPads in Deutschland war damals die Hauptschlagzeile im heute-Journal im ZDF. Eine Produkteinführung. Headline-News im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Das schaffen ja nicht einmal die in Deutschland sonst allmächtigen Automobilhersteller.
Ähnlich jetzt beim Tod von Steve Jobs. Nicht falsch verstehen, der war echt ein cooler Typ, stinkreich, klug und prominent. Klar, dass sein Tod in den Nachrichten erwähnt wird. Aber die Süddeutsche hat in ihrer online-Ausgabe nicht weniger als 7 Artikel dazu stehen, drei davon auf der Titelseite. Und in den Fernsehnachrichten ist das nicht irgendeine Meldung, sondern die bei weitem wichtigste und präsenteste. Das schafft sonst nur Michael Jackson. Und immer geht es nicht in erster Linie um Steve Jobs, sondern darum, welche Apple Produkte internationale Standards gesetzt haben.
Wie schafft Apple das, dass diese gigantische Werbemaschine für sie läuft? Sind die im großen Stil an Fernsehsendern und Zeitschriftenverlagen beteiligt? Dass die so wahnsinnig viel Werbung machen, also wichtige Anzeigenkunden sind, wäre mir nicht aufgefallen. Fließen da Schmiergelder? Kriegt die komplette Redaktion umsonst Apple Computer und iPhones? Oder passiert das wirklich, weil diese ehemalige Garagenfirma mit dem niedlichen Apfelsymbol so einen hohen Sympathiefaktor hat?


1 Kommentar
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08/10/2011 um 12:25
BuschnicK
Ich glaube nicht an derartige Verschwörungen/Bestechungen. Die werden Product Placement und Marketing machen wie alle anderen grossen auch – vielleicht einfach ein bisschen besser. Der Typ war einfach eine Ikone. Genial, interessant (adoptierter college drop-out mit 6 Monaten Drogentrip durch Indien?! Milliardär? bessessener Perfektionist?) in tragischer Rolle (aus der eigenen Firma gekickt?! todkrank?), Visionär, “driven” und gruselig erfolgreich/transformativ.
Gegenpunkt: Die Frontpage von Hackernews. Community voted links. _Alle_ 30 top Stories waren Steve Jobs. Das gab es noch nie. Ich vermute wenn der dritte Weltkrieg ausbricht und die ersten Atombomben regnen gibt das nur 1-2 Links.
Google hatte auf der Homepage (!), dem wahrscheinlich teuersten Werbelpatz der Welt (weil unkäuflich…) einen Link zu Apple (=Konkurrenz).